Baden-Württemberg

VCD-ÖPNV-Initiative

Exkursions-Programm

Mit dem Exkursions-Programm „ÖPNV-Offensive“ möchten wir unsere Mitglieder auf interessante Entwicklungen im ÖPNV in Baden-Württemberg aufmerksam machen und gleichzeitig Gelegenheit zum Gedankenaustausch bieten.

VCD-ÖPNV-Exkursion nach Tübingen, 29. September 2018

Die dritte Exkursion im Rahmen der VCD-ÖPNV-Initiative führte am 29. September 2018 nach Tübingen.
 
Am Bahnhof wurden die 18 Teilnehmer von Oberbürgermeister Boris Palmer begrüßt. Christoph Joachim, Mitglied im VCD-Landesvorstand, erläuterte die angespannte Wohnungs- und Verkehrssituation in der Universitätsstadt mit ihren 35 Tausend Studierenden.

Tübingen zieht viele Wissenschaftler an, die in den  Universitätskliniken und Start-up Unternehmen arbeiten. Wohnraum in Tübingen ist knapp und teuer, die Zahl der Einpendler geht in die Tausende.

Hier setzt das Konzept der RegioStadtbahn an: Auf den vorhanden vier Strecken von Reutlingen, Balingen, Horb und Herrenberg sollen moderne Zweistromfahrzeuge vom Bahnhof durch die Stadt zu den Universitätskliniken auf dem Schnarrenberg fahren. Zuerst wird aber der zentrale Busbahnhof umgebaut.

Die Stadtplanerin Frau Dr. Korth erläuterte die Planung und Frank Heuser, Vorsitzender des VCD Kreisverbands Tübingen, erläuterte die Verbesserungen für den Radverkehr. Unter anderem drei neue Brückenschläge über die Bundesstraße 28, die Gleisanlagen und den Neckar sollen den Radverkehr in der Stadt fördern.

Anschließend wurde die zum 'shared space' umgebaute Karlstraße erkundet und dann ging es mit dem Tü-Bus - der an Samstagen kostenfrei ist - entlang der zukünftigen Stadtbahnstrecke bis zum Stadtteil Waldhäuser Ost.

Stand der Arbeiten: Der Bau der Radbrücken ist finanziert und diese werden bis Ende 2020 fertig sein. Auch der Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs ist auf einem guten Weg und soll bis 2021 abgeschlossen sein. Als erstes Teilstück der Regiostadtbahn wird die Ammertalbahn zweigleisig ausgebaut, die Bahnsteige verlängert und die Strecke elektrifiziert. Der offizielle Spatenstich erfolgt im Frühjahr nächsten Jahres.

Vor dem Bau der Innenstadtstrecke – vom Bahnhof bis zu den Instituten – ist noch eine politische Hürde zu nehmen: Im Jahr 2020 steht ein Bürgerentscheid an. Noch sind die Tübinger skeptisch - der VCD wird die umweltfreundliche Verkehrsplanung weiterhin unterstützen und begleiten.
 
Weitere Informationen unter:  www.proregiostadtbahn.de

VCD-ÖPNV-Exkursion nach Straßburg, 1. Juli 2017

Die zweite Exkursion im Rahmen der VCD-ÖPNV-Offensive führte am 1. Juli 2017 nach Offenburg, Kehl und Straßburg.

Seit April ist Kehl wieder mit einer Straßenbahn-Linie mit Straßburg verbunden – wie schon vor über 100 Jahren. Dies war der Anlass, sich das Straßenbahn-Netz in Straßburg und das Schnellbussystem auf Eigentrasse (BRT) genauer erläutern zu lassen. 

Die fachkundigen Erläuterungen für die rund dreißig Teilnehmer kamen von Michael Rosenberger von der Technischen Aufsicht für (Straßen)bahnen (TAB).

Zunächst jedoch informierte der städtische Verkehrsplaner Herr Kassel über das RADhaus am Bahnhof und das Mobilitätskonzept der Stadt Offenburg.

In Kehl stellte Herr Rosenberger die Umsetzung der grenzüberschreitenden Straßenbahnlinie vor. Bei der anschließenden Straßenbahnfahrt werden wir von Mitgliedern der Straßburger Fahrgastorganisation ASTUS begleitet und informiert.


VCD-ÖPNV-Exkursion nach Esslingen, 4. Februar 2017

Die Auftaktveranstaltung der VCD-ÖPNV-Initiative war am 4. Februar 2017 die Exkursion zum einzigen O-Bus-Betrieb in Baden-Württemberg nach Esslingen.

Vor über 100 Jahren war der Nahverkehr in den Städten weitgehend elektrisch mit Straßenbahnen oder sogenannten „gleislosen elektrischen Bahnen“, auch O-Bus genannt.  In den folgenden Jahrzehnten wurden jedoch viele Straßenbahnbetriebe auf Dieselbus umgestellt.

Häufig gab es als Zwischenstufe den Oberleitungsbus (O-Bus), der aber heute nur noch in Solingen, Eberswalde und Esslingen existiert.

Betriebsleiter Boog erläuterte den Exkursionsteilnehmern im Betriebshof zunächst den neuen Batterie-O-Bus. Dieser fällt nicht nur durch sein außergewöhnliches Außendesign ins Auge, sondern hat auch spannende Technik „unter der Haube“.

Mit einer Batterie kann er unabhängig vom Fahrdraht fahren. Das erweitert den Aktionsradius deutlich.

Die neue Linie fährt unter Fahrdraht den Zollberg hoch und lädt bei der Bergfahrt die Batterie auf. Anschließend erschließt der Bus Wohn- und Gewerbegebiete (z.B. Firma Festo) ohne Oberleitung und speist bei der Fahrt ins Tal wieder Bremsenergie in die Batterie zurück.

Dadurch ist der Energieverbrauch minimal, wie die Exkursionsteilnehmer bei einer Sonderfahrt anschließend selbst feststellen konnten.

Weitere Anwendungsfälle liegen deshalb nahe – statt eine ganze Linie mit teurer Oberleitung auszustatten, wird es zukünftig ausreichend sein, wenige Abschnitte, insbesondere Steigungsstrecken, mit Oberleitung zu versehen, um dann ganze Busnetze vollständig elektrisch betreiben zu können.