Baden-Württemberg

VCD-ÖPNV-Initiative

Exkursions-Programm

Mit dem Exkursions-Programm „ÖPNV-Offensive“ möchten wir unsere Mitglieder auf interessante Entwicklungen im ÖPNV in Baden-Württemberg aufmerksam machen und gleichzeitig Gelegenheit zum Gedankenaustausch bieten.

ÖPNV-Exkursion nach Überlingen am 20.7.2019

ÖPNV-Exkursion des VCD Baden-Württemberg nach Überlingen am 20.7.2019

Verkehrskonzept zur Landesgartenschau 2020 steht im Fokus

Wie sieht das Verkehrskonzept zur Landesgartenschau 2020 in Überlingen aus? Das wollen wir gemeinsam herausfinden, bei der fünften Exkursion im Rahmen der VCD-ÖPNV-Initiative am 20. Juli 2019. Ein Vertreter der Stadt und der Landesgartenschau-Gesellschaft geben uns bereits einen Jahr vor Beginn der Großveranstaltung Einblicke. wie umweltverträglich eine solche durchgeführt werden kann. Mit dem Exkursions-Programm zur Verkehrswende möchten wir unsere Mitglieder auf interessante Entwicklungen im ÖPNV in Baden-Württemberg aufmerksam machen und gleichzeitig Gelegenheit zum Gedankenaustausch bieten. Interessierte können sich bis zum 10. Juli 2019 anmelden.

Hunderttausende Besucher werden erwartet. Wer Überlingen kennt, weiß dass die Verkehrsverhältnisse dort sehr beengt sind. Überlingen am Bodensee wird von der Bodenseegürtelbahn erschlossen. Diese eingleisige Strecke verbindet Singen/Radolfzell mit Friedrichshafen und Lindau. Im Westen und im Osten wird der Bodensee über die Gäubahn Stuttgart-Singen-Radolfzell-Konstanz und über die Südbahn von Ulm nach Friedrichshafen erreicht. Die Ablachtalbahn, die von Mengen an der Donau nach Radolfzell führte und für deren Reaktivierung sich der VCD einsetzt, ist stillgelegt. Zwischen Radolfzell und Friedrichhafen gehen keine Gleise direkt zum Bodensee. Diese Lücke soll der RegioBus Donau-Bodensee schließen, der von Sigmaringen, dem Knotenpunkt der Neckar-Alb-Bahn und der Donautal-Bahn, nach Überlingen fährt. Wir fragen, wie erfolgreich die Linie 500 ist, die 2016 mit Unterstützung des Landes eingerichtet wurde.

Die RegioBus Linie 500 ist in den Tarifverbund des Naldo eingebunden, obwohl Überlingen zum Bodenseekreis gehört. Das ist tariflich sehr interessant für einen Tagesausflug an den See. Mit einem Tagesticket von nur 15,40 Euro bzw. 16,60 Euro für eine Gruppe kann man von Herrenberg über Tübingen und Sigmaringen an den See fahren. Den RegioBus als Lückenschluss zwischen zwei Bahnlinien wollen wir ab Sigmaringen testen. Die Fahrt geht durch das Seehinterland, dauert ungefähr eine Stunde und endet am ZOB in Überlingen.

Anfang der 2000er Jahre wurde hier ein neuer Haltepunkt an der Bodenseegürtelbahn gebaut: die Station Überlingen Mitte. Sie liegt an einem Abschnitt, wo die Bahn zwischen zwei Tunnel in einem kurzen Einschnitt oberirdisch fährt. Dort halten jetzt alle Züge der Bahn einschließlich dem IRE Basel – Lindau, während der ehemalige Bahnhof von Überlingen, die Station Therme außerhalb der Stadt, nur noch von Regionalbahnen bedient wird. Der neue Haltepunkt liegt direkt am Nordrand der Altstadt beim Rosenobelturm. Von Überlingen Mitte ist der See fußläufig in 5 - 10 Minuten erreichbar. Den Ausbau der Station zu einer zentralen ÖPNV-Schnittstelle wollen wir uns erläutern lassen.

Anschließend geht es weiter zu Fuß in die Stadt und zum Gartenschaugelände. Straßen, Wege und Plätze in der historischen Altstadt wurden saniert und weitgehend autofrei gestaltet. Überlingen ist damit dem Ziel einer lebenswerten Stadt ein gutes Stück näher gekommen. Das Gartenschaugelände liegt vor der Altstadt in der Nähe der Station Therme, die aufwendig saniert wird. Hier lassen wir uns das Verkehrskonzept unter Nutzung von Fuß-, Radwegen und dem innerstädtischen ÖV erklären. Ende der Exkursion ist gegen 15 Uhr. Anschließend besteht Gelegenheit zum Besuch der historischen Altstadt mit Stadtführung.

Anmeldung

Teilnahmebeitrag: 10 Euro pro Person, für Nicht-VCD-Mitglieder 15 Euro pro Person
Teilnahme nur möglich bei Anmeldung bis zum 10. Juli 2019 durch Überweisung des Teilnahmebeitrages auf folgendes Konto:

Bank: Sparda-Bank Baden-Württemberg
BIC: GENODEF1S02
IBAN: DE85 6009 0800 0010 8396 06

Bitte unter Verwendungszweck angeben:Name, Exkursion Überlingen und Personenanzahl

VCD-ÖPNV-Exkursion nach Ulm mit Kulturprogramm am
15. Dezember 2018

VCD-Exkursion lobt engagierte Verkehrspolitik in Ulm

Eine nachhaltige Mobilitäts- und Verkehrspolitik ist für die Ulmer Stadtverwaltung und Zivilgesellschaft der Schlüssel, damit die Universitätsstadt lebenswert und zukunftsfähig bleibt. Mit diesem Eindruck gingen die 25 Teilnehmenden der Exkursion des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) am Samstag, 15. Dezember nach Hause. VCD-Landesvorstand Matthias Lieb zeigte sich beeindruckt: „Oberbürgermeister Gunter Czisch und seine Fachbeauftragten sind hoch motiviert, den öffentlichen Personennahverkehr in Ulm zu modernisieren. Dank der neuen S-Bahn-Linie 2, der Kienlesberg-Brücke und der neuen Fahrradstraße können sich die Bürger bereits heute sicherer und umweltfreundlicher fortbewegen. Die Stadt hat außerdem viele gute Ideen, wie man Ulm etwa mit neuen Technologien noch attraktiver machen kann.“

Die Teilnehmenden drehten gemeinsam mit Herrn Fisch, Leiter der städtischen Abteilung für Mobilität, eine Runde in der neuen Straßenbahnlinie. Diese ersetzt 13 alte Diesel-Busse, den Strom produzieren die Ulmer Stadtwerke aus eigenen Quellen. Noch mehr Bürger als erwartet nutzen die Bahn – trotz kleiner Kinderkrankheiten, die laut Fisch bei solchen Großprojekten dazu gehören. Die Fahrradbeauftragte der Stadt, Friederike Christian, schaute sich gemeinsam mit den Besuchern die Fahrradstraße in der Zeitblomtraße. Die Anlieger dürfen hier zwar weiterhin parken, ansonsten haben Radfahrer die Straße für sich. „Das Konzept hat sich bewährt. Nun schauen wir, wo wir weitere Fahrradstraßen einführen können und was wir noch besser machen können“, erläuterte die Expertin. Auch der Ausflug zur Kienlesberg-Brücke kam bei den Teilnehmern gut an: „Fußgänger und Radfahrer haben hier eine Spur für sich alleine, auf der sie sich sicher fortbewegen können. Das bedeutet auch weniger Stress für die Busse und Bahnen, die auf der zweiten Spur freie Fahrt haben“, lobte Heidi Sayle, Sprecherin der VCD-Ortsgruppe Ulm und Mitglied im VCD-Landesvorstand.

Die Fachbeauftragten und der Oberbürgermeister stellten außerdem in Vorträgen die Zukunftspläne der Stadt vor. Czisch betonte, dass er mit seinem Team langfristig plane und Mobilität als ein Querschnittsthema sieht, das man bei allen Politikfeldern mitbedenken müsse. In den kommenden Jahren möchte er unter anderem Verleihstationen für Lastenräder und Car-Sharing voranbringen. Eine besondere Rolle spiele dabei auch die Wissenschaft. Als „Zukunftsstadt 2030“ habe Ulm beispielsweise die Chance, Hybrid- und Batterietechnologien voranzubringen. Die Stadt unterstützt außerdem Initiativen wie das „VerSchwörHaus“: „Junge, technikbegeisterte Leute können sich hier ausprobieren und neue Ideen entwickeln. Sie entwerfen zum Beispiel ein digitales Schloss, das wir für den Fahrrad-Verleih nutzen können.“, erklärte Frau Meigel, Leiterin der Geschäftsstelle Digitale Agenda. Die Idee ist typisch ‚Ulmerisch‘ und passt zu unserer Stadt – genau solche Konzepte aus Ulm für Ulm wollen wir in Zukunft noch stärker fördern“, ergänzte der Oberbürgermeister. Stadträtin und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Barbara Münch stellte die städtischen Pläne für die Landesgartenschau 2030 vor. Diese sei eine große Chance, öffentliche Flächen in der Stadt grüner zu machen. „Die Lebensqualität steigt dadurch deutlich und die Luft wird besser.“

Damit die Stadt diese Maßnahmen erfolgreich umsetzen kann, wolle sie mit den Kommunen, den Bürgern vor Ort und Verbänden wie beispielsweise dem VCD zusammenarbeiten, stellte Czisch abschließend klar. Nur so entstehe die notwendige Akzeptanz vor Ort. Wie engagierte Bürger Ulm voranbringen, zeigte der Besuch im Infobüro des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC). Dessen stellvertretender Vorsitzender Peter Beckmann setzt sich seit 30 Jahren für die Radfahrer der Donaustadt ein. „Ulm entwickelt sich in eine gute Richtung. Wir sehen, dass die Stadt sich engagiert, umweltfreundliche Verkehrsmittel beliebter zu machen. Deshalb bringen wir als Verband unser Fachwissen und Engagement gerne ein, um die Stadt dabei zu unterstützen.“ Dr. Dieter Fortmann vom BUND ist seit VCD-Mitglied, seit sich die Ulmer Ortsgruppe gegründet hat. Er findet, dass der Verband stets gute verkehrswissenschaftliche Arbeit leistet. Dem Lob für die Ulmer Verkehrspolitik schloss sich auch Matthias Lieb an: „Die Exkursionsreihe ‚ÖPNV-Initiative‘ des VCD macht unsere Mitglieder auf spannende neue Entwicklungen im Baden-Württembergischen Verkehr aufmerksam und fördert den Gedankenaustausch. Wir haben hier viele tolle Ideen mitgenommen und begleiten die Ulmer gerne auch weiterhin konstruktiv bei ihrem Weg in eine zukunftsfähige Mobilität.“

VCD-ÖPNV-Exkursion nach Tübingen, 29. September 2018

Die dritte Exkursion im Rahmen der VCD-ÖPNV-Initiative führte am 29. September 2018 nach Tübingen.
 
Am Bahnhof wurden die 18 Teilnehmer von Oberbürgermeister Boris Palmer begrüßt. Christoph Joachim, Mitglied im VCD-Landesvorstand, erläuterte die angespannte Wohnungs- und Verkehrssituation in der Universitätsstadt mit ihren 35 Tausend Studierenden.

Tübingen zieht viele Wissenschaftler an, die in den  Universitätskliniken und Start-up Unternehmen arbeiten. Wohnraum in Tübingen ist knapp und teuer, die Zahl der Einpendler geht in die Tausende.

Hier setzt das Konzept der RegioStadtbahn an: Auf den vorhanden vier Strecken von Reutlingen, Balingen, Horb und Herrenberg sollen moderne Zweistromfahrzeuge vom Bahnhof durch die Stadt zu den Universitätskliniken auf dem Schnarrenberg fahren. Zuerst wird aber der zentrale Busbahnhof umgebaut.

Die Stadtplanerin Frau Dr. Korth erläuterte die Planung und Frank Heuser, Vorsitzender des VCD Kreisverbands Tübingen, erläuterte die Verbesserungen für den Radverkehr. Unter anderem drei neue Brückenschläge über die Bundesstraße 28, die Gleisanlagen und den Neckar sollen den Radverkehr in der Stadt fördern.

Anschließend wurde die zum 'shared space' umgebaute Karlstraße erkundet und dann ging es mit dem Tü-Bus - der an Samstagen kostenfrei ist - entlang der zukünftigen Stadtbahnstrecke bis zum Stadtteil Waldhäuser Ost.

Stand der Arbeiten: Der Bau der Radbrücken ist finanziert und diese werden bis Ende 2020 fertig sein. Auch der Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs ist auf einem guten Weg und soll bis 2021 abgeschlossen sein. Als erstes Teilstück der Regiostadtbahn wird die Ammertalbahn zweigleisig ausgebaut, die Bahnsteige verlängert und die Strecke elektrifiziert. Der offizielle Spatenstich erfolgt im Frühjahr nächsten Jahres.

Vor dem Bau der Innenstadtstrecke – vom Bahnhof bis zu den Instituten – ist noch eine politische Hürde zu nehmen: Im Jahr 2020 steht ein Bürgerentscheid an. Noch sind die Tübinger skeptisch - der VCD wird die umweltfreundliche Verkehrsplanung weiterhin unterstützen und begleiten.
 
Weitere Informationen unter:  www.proregiostadtbahn.de

VCD-ÖPNV-Exkursion nach Straßburg, 1. Juli 2017

Die zweite Exkursion im Rahmen der VCD-ÖPNV-Offensive führte am 1. Juli 2017 nach Offenburg, Kehl und Straßburg.

Seit April ist Kehl wieder mit einer Straßenbahn-Linie mit Straßburg verbunden – wie schon vor über 100 Jahren. Dies war der Anlass, sich das Straßenbahn-Netz in Straßburg und das Schnellbussystem auf Eigentrasse (BRT) genauer erläutern zu lassen. 

Die fachkundigen Erläuterungen für die rund dreißig Teilnehmer kamen von Michael Rosenberger von der Technischen Aufsicht für (Straßen)bahnen (TAB).

Zunächst jedoch informierte der städtische Verkehrsplaner Herr Kassel über das RADhaus am Bahnhof und das Mobilitätskonzept der Stadt Offenburg.

In Kehl stellte Herr Rosenberger die Umsetzung der grenzüberschreitenden Straßenbahnlinie vor. Bei der anschließenden Straßenbahnfahrt werden wir von Mitgliedern der Straßburger Fahrgastorganisation ASTUS begleitet und informiert.


VCD-ÖPNV-Exkursion nach Esslingen, 4. Februar 2017

Die Auftaktveranstaltung der VCD-ÖPNV-Initiative war am 4. Februar 2017 die Exkursion zum einzigen O-Bus-Betrieb in Baden-Württemberg nach Esslingen.

Vor über 100 Jahren war der Nahverkehr in den Städten weitgehend elektrisch mit Straßenbahnen oder sogenannten „gleislosen elektrischen Bahnen“, auch O-Bus genannt.  In den folgenden Jahrzehnten wurden jedoch viele Straßenbahnbetriebe auf Dieselbus umgestellt.

Häufig gab es als Zwischenstufe den Oberleitungsbus (O-Bus), der aber heute nur noch in Solingen, Eberswalde und Esslingen existiert.

Betriebsleiter Boog erläuterte den Exkursionsteilnehmern im Betriebshof zunächst den neuen Batterie-O-Bus. Dieser fällt nicht nur durch sein außergewöhnliches Außendesign ins Auge, sondern hat auch spannende Technik „unter der Haube“.

Mit einer Batterie kann er unabhängig vom Fahrdraht fahren. Das erweitert den Aktionsradius deutlich.

Die neue Linie fährt unter Fahrdraht den Zollberg hoch und lädt bei der Bergfahrt die Batterie auf. Anschließend erschließt der Bus Wohn- und Gewerbegebiete (z.B. Firma Festo) ohne Oberleitung und speist bei der Fahrt ins Tal wieder Bremsenergie in die Batterie zurück.

Dadurch ist der Energieverbrauch minimal, wie die Exkursionsteilnehmer bei einer Sonderfahrt anschließend selbst feststellen konnten.

Weitere Anwendungsfälle liegen deshalb nahe – statt eine ganze Linie mit teurer Oberleitung auszustatten, wird es zukünftig ausreichend sein, wenige Abschnitte, insbesondere Steigungsstrecken, mit Oberleitung zu versehen, um dann ganze Busnetze vollständig elektrisch betreiben zu können.