Baden-Württemberg

Bodensee

Keine Autobahn am Bodensee!

Die Arbeitsgemeinschaft „Ausbau vor Neubau“, der auch der VCD Bodenseekreis angehört, lehnt die autobahnähnlichen Planungen für eine B31 neu entschieden ab. Der von den Planern geforderte Querschnitt von 28 Metern Breite mit vier Fahrspuren plus 2 Standspuren verbraucht zu viel kostbare Bodenseelandschaft und würde den Kfz-Verkehr weiter anheizen, obwohl dieser aufgrund der Klimaschutz-Ziele in den nächsten Jahren deutlich reduziert werden muss.

Die Arbeitsgemeinschaft "Ausbau vor Neubau" fordert, dass die Verkehrsinvestitionen sich künftig nicht mehr vorrangig an den großzügigen Komfortansprüchen des Kfz-Verkehrs orientieren, die den Straßenbau-Richtlinien zugrunde liegen. Für die B31 neu zwischen Stetten und Immenstaad werden im Jahr 2035 je nach Trassenvariante zwischen 26.000 und 28.000 Kfz pro Tag prognostiziert. Gleichzeitig weiß man aus der Verkehrsuntersuchung vom Oktober 2016, dass in dem bestehenden zweispurigen B31-Tunnel bei Eriskirch 29.000 Kfz pro Tag verkehren. Daher hält das Bündnis einen maximal dreispurigen Querschnitt für ausreichend. Die Querschnittsbreite einer dreispurigen Straße beträgt mit 15,5 Metern nur etwas mehr als die Hälfte der vorgesehenen autobahnähnlichen Trasse und benötigt daher erheblich weniger Fläche. Aufgrund der kleineren Kurvenradien kann sie auch etwas verträglicher an die Landschaft angepasst werden.

Ab sofort müssen nach Überzeugung der Ausbau-Befürworter die Bedingungen für die umweltverträglichen Verkehrsmittel merklich verbessert werden, um eine Verlagerung weg vom Kfz- hin zum öffentlichen Verkehr zu erreichen. Der Kfz-Verkehr muss aufgrund seines hohen Energieverbrauchs auch über das Prognosejahr 2035 hinaus deutlich reduziert werden, damit die Klimaschutzziele erreicht werden können. Dies ist das eindeutige Fazit der Studie „Mobiles Baden-Württemberg“ der Baden-Württemberg-Stiftung von 2017. Die Planer der B31neu nehmen bei der Verkehrsprognose zwar Bezug auf diese Studie, doch sie setzen den darin geforderten Mobilitätswandel leider nicht konsequent um.

 

Arbeitsgemeinschaft „Ausbau vor Neubau“

Die Arbeitsgemeinschaft „Ausbau vor Neubau“ ist ein Bündnis der Umweltverbände BUND und NABU, des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), der Interessengemeinschaft Verkehrsneuplanung Ittendorf, des Meersburger Initiativ-Kreis B31neu sowie der Ortsgruppe Markdorf des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands, das sich für einen moderaten, landschaftsschonenden Ausbau der B31 unter weitgehender Nutzung der bestehenden B31-Trasse einsetzt.

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