Baden-Württemberg

Bodensee

VCD-Regionalkonferenz "Radschnellverbindungen in der Bodenseeregion"

9. Oktober 2018, Friedrichshafen: Planungsgrundlagen, Einsatzmöglichkeiten und Praxiserfahrungen

Auf großes Interesse stieß die Regionalkonferenz des VCD (Verkehrsclub Deutschland) zum Thema „Radschnellverbindungen in der Bodenseeregion“ am 9. Oktober im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen.

Über 50 Kommunalpolitiker, Radverkehrsplaner und Vertreter von Interessenverbänden aus dem Bodenseekreis, aus Ravensburg, Lindau, Konstanz und der Schweiz nutzten die Gelegenheit, sich über Grundlagen und Praxiserfahrungen dieser neuen Verkehrswege für Radfahrer zu informieren.

Durch die großzügige Wegbreite, die weitgehende Trennung vom Fußgängerverkehr und eine möglichst direkte, kreuzungsfreie Wegführung können auf Radschnellverbindungen etwa 40% höhere Fahrrad-Geschwindigkeiten erzielt werden als auf normalen Radwegen. Dies erleichtert auch auf längeren Strecken bis ca. 20 km den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad oder Pedelec – insbesondere für Berufspendler.

Die Referenten berichteten von den zahlreichen bereits existierenden Radschnellwegen in den Niederlanden und gaben Einblicke in aktuelle Planungen und Studien für Radschnellverbindungen in Vorarlberg und im Bodenseekreis. Die Vorträge brachten auch die großen Potentiale der Radschnellverbindungen zum Vorschein, aber auch die bürokratischen Hürden, die einer schnellen Umsetzung oft noch im Wege stehen.

Dr. Stefan Köhler, Erster Bürgermeister von Friedrichshafen, erläuterte zu Beginn der Konferenz die neuesten Planungen des Radschnellweges Richtung Ravensburg und des Velorings in Friedrichshafen.

Raphael Domin vom VCD Baden-Württemberg stellte das Projekt „Radschnellwege in Baden-Württemberg“ vor, bei dem Erfahrungen aus bestehenden Radschnellverbindungen gesammelt wurden, um einen Wissenstransfer für alle Akteure zu ermöglichen.

Wie engagiert das benachbarte Vorarlberg bereits Radschnellverbindungen plant und ab 2019 baut, zeigte Anna Schwerzler. Die Radverkehrskoordinatorin aus Vorarlberg beeindruckte mit der Vorstellung der Radverkehrsstrategie „Ketten-Reaktion“, die mehr Menschen zum Radfahren bewegen möchte.

Mit Peter Gwiasda vom Planungsbüro VIA aus Köln konnte der VCD einen sehr renommierten Radverkehrsexperten als Referenten gewinnen. Sein Vortrag spannte einen weiten Bogen von den grundsätzlichen Problemen heutiger Radwege bis zu den Anforderungen moderner Radschnellverbindungen, wie z.B. Mindestlänge und Mindestbreite oder die maximal zulässigen Wartezeiten an Knotenpunkten. Solche Qualitätsstandards wurden von der Landesregierung Baden-Württemberg bereits als Voraussetzung für eine finanzielle Förderung festgelegt.

Erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für eine Radschnellverbindung von Friedrichshafen über Meckenbeuren und Ravensburg nach Baindt wurden von Malte Grunow vom Regionalverband Bodensee-Oberschwaben vorgestellt.

In der Abschlussdiskussion, die von Ralf Hoppe moderiert wurde, kristallisierte sich heraus, dass Radschnellverbindungen einerseits ein wichtiger neuer Baustein sind, um die dringend notwendige Verkehrswende zu schaffen. Gleichzeitig muss aber auch der weitere Ausbau des normalen Radwegenetzes in Kreisen, Städten und Gemeinden vorangetrieben werden, damit Radfahren flächendeckend attraktiver wird.

Flyer mit dem Tagungsprogramm

Vorträge zum Download:
https://bw.vcd.org/themen/radschnellverbindungen/regionalkonferenz-friedrichshafen/

 

Raphael Domin, VCD-Projekt "Radschnellwege in BW"

Raphael Domin, VCD-Projekt Radschnellwege in BW

Bürgermeister Dr. Stefan Köhler, Friedrichshafen

Anna Schwerzler, Radverkehrskoordinatorin Vorarlberg

Peter Gwiasda, Planungsbüro VIA Köln

Malte Grunow, Regionalverband Bodensee-Oberschwaben

Abschlussdiskussion

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