Baden-Württemberg

Pressemitteilung, Verkehrsverbünde und ÖPNV
Heidenheim

VCD kritisiert Preiserhöhung im ÖPNV

Der VCD kritisiert die erneute Preiserhöhung im ÖPNV als unsozial und kontraproduktiv. Fahrgäste dürften nicht für sinkende Schülerzahlen aufkommen müssen. Ein stärkeres finanzielles Engagement der Kommunen, Verbesserungen wie eine Vertaktung der Regionalbusse und einen Beitrag aus Parkgeld-Einnahmen fordert der Verkehrsclub.

Der ÖPNV müsse für alle bezahlbar bleiben, fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der ÖPNV sei Daseinsfürsorge, da könne man nicht einfach über Jahre hinweg überdurchschnittlich an der Preisschraube drehen, sagt der Verein. Der soziale Gesichtspunkt komme zu kurz, denn diejenigen, die sich Auto oder Führerschein nicht leisten könnten, seien auf den ÖPNV angewiesen. Erhöhungen bei Parkgebühren hingegen blieben aus, beobachtet der VCD. Der Verein macht darauf aufmerksam, dass in Heidenheim seit über 10 Jahren städtische Parkgebühren nicht mehr angepasst wurden: „Ich kann nachvollziehen, dass Bürger, insbesondere ÖPNV-Kunden, dies als Ungleichbehandlung empfinden“, so Reinhard Walloschke, Vorstandsmitglied im örtlichen Kreisverband. Die ungleiche Preisentwicklung, die sich in Heidenheim über die Jahre auf über 40% Unterschied aufsummierte, stelle eine ernsthafte Belastung für den ÖPNV dar. Der Verkehrsclub schlägt vor, Einnahmen aus Parkgebühren direkt für die Bezuschussung des ÖPNV zu verwenden. Dies entlaste Kommunen und könne gleichzeitig als Instrument genutzt werden, Kostenvorteile des ÖPNV deutlich herauszuarbeiten: „Der Ticketpreis muss künftig mit den Parkgebühren gut konkurrieren können“, erklärt Walloschke. Mit Sorge beobachtet der VCD auch eine Ausweitung von Parkraum, welcher dem ÖPNV unnötig schade. So sei Samstags der Voith-Parkplatz seit einiger Zeit kostenlos für die Allgemeinheit geöffnet. „Hunderte potentielle Kunden gehen damit dem ÖPNV verloren“ beklagt Walloschke. Durch den Bau von drei Parkdecks auf dem neuen REWE Markt leisten Voith und die Stadt dem ÖPNV ebenfalls einen Bärendienst. Letztlich wirkten sich derartige Entscheidungen im Haushalt der Kommunen aus, welche das Defizit des ÖPNV tragen müssen. Dass Kommunen und Landkreis mehr Geld in die Hand nehmen müssen, daran hat Walloschke trotz allem keinen Zweifel. Um neue Kunden wie Berufspendler hinzugewinnen zu können, müsse das Angebot besser werden. Beispielsweise sei eine strikte Vertaktung der Regionalbuslinien dringend erforderlich, fordert der VCD. Auch beim Stadtbus Heidenheim gebe es noch viel zu tun, wie die SPD-Bürgerwerkstadt im Mai gezeigt habe. Der letztes Jahr beschlossene Nahverkehrsplan stelle ebenfalls eine solide Handlungsempfehlung dar. Die Umsetzung müsse jetzt zügig angegangen werden, erinnert der Verkehrsclub Deutschland.

Felix Krey
-Vorsitzender -
Heilbronner Straße 106
89522 Heidenheim

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