Baden-Württemberg

Herrenberg

Herrenberger Verkehrsplanung verfehlt die Klimaschutzziele

In Deutschland ist der CO2-Ausstoß des Verkehrs den letzten Jahrzehnten nicht zurückgegangen. Er wird sogar steigen, wenn nicht massiv gegengesteuert wird.

Der Herrenberger Mobilitätsplan IMEP 2030 hat sich als Ziel gesetzt, bis 2030 den Modal Split (MIV : UV, Verhältnis von Motorisiertem IndividualVerkehr zu Verkehrsmitteln des UmweltVerbundes - ÖPNV, Rad, Fuß)  von aktuell 57:43% auf bestenfalls 50:50% zu verbessern. Davon könnte man ableiten, dass sich der Autoverkehr um ((57 - 50) : 57) * 100% gleich 12,3% verringert. Das ist absolut unzureichend:

1. Um die EU-verbindlichen Klimaschutzziele zu erreichen, fordert Verkehrsminister Hermann unter Anderem, bis 2030 den Autoverkehr in den Städten um ein Drittel zu reduzieren. Herrenberg schafft gerade ein Achtel.

2. Der Modal Split enthält keine absoluten Mengenangaben, sondern ist nur ein Verhältnis. Alle Prognosen sprechen von einer weiteren Zunahme des Gesamtverkehrs - es ist denkbar, dass trotz vermindertem MIV-Anteil der Autoverkehr in Herrenberg gleichbleibt oder sogar steigt!

Das EU-Klimaschutzziel, den CO2-Ausstoß bis 2050 praktisch auf Null herunterzufahren, ist ambitioniert. Deutschland hat mit unterschrieben und ist in der Pflicht; eine Nichterreichung der für Deutschland festgesetzten Ziele zieht massive Strafzahlungen nach sich. Jede Kommune muss ihren Beitrag leisten. Eine verwässerte IMEP-Zielsetzung bremst schnelle wirkungsvolle Maßnahmen aus und wirkt demotivierend auf die Bürger*innen, eine echte Verkehrswende vor Ort aktiv mitzugestalten.

Martin Dietze

zurück