Baden-Württemberg

Herrenberg

Massive Verspätungen der S-Bahn bremsen Herrenberger Busverkehr aus

Herrenberg bemüht sich um höhere Fahrgastzahlen im innerörtlichen Busverkehr - daraus wird wohl nichts.

 

Herrenberg ist beliebter Wohnort für viele Arbeitnehmer*innen im Großraum Stuttgart. Gerade in den Hauptverkehrszeiten haben die Züge der S-Bahn-Linie S1, Herrenberg - Stuttgart, permanent Verspätungen und Ausfälle. Die Fahrpläne sind derart auf Kante genäht, dass das Ein- und Aussteigen bei hohem Passagieraufkommen an jeder Haltestelle zu Verzögerungen führt. Die "Operation am offenen Herzen" - Stuttgart 21 - ist Quelle häufiger plötzlicher Fahrplanänderungen. Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Bahn-Infrastruktur rächt sich mit Weichen-, Signal- und sonstigen Störungen. Die nur zweigleisige Strecke Herrenberg - Stuttgart wird zusätzlich mit Zügen der DB und der Schweiz befahren, die Vorrang vor der S-Bahn haben.

Die Fahrpläne der Herrenberger Busse und der Ammertalbahn nach Tübingen sind zwar vorbildlich auf den Fahrplan der S-Bahn abgestimmt, aber nicht auf die Störungen - das bekannte Anschlussproblem. Auf dem Rückweg von der Arbeit hat niemand Lust, seine Freizeit mit Warten auf den nächsten Bus zu verbringen. Das Auto bleibt erste Wahl. Nur morgens sind die Busse ausgelastet - mit Schüler*innen, die noch keinen Führerschein besitzen.

Die Herrenberger Busse fahren halbstündlich, und nach 20 Uhr stündlich. Ein engerer Takt dürfte langfristig an den politischen und finanziellen Gegebenheiten scheitern. Insbesonders kann die Stadtverwaltung auf die Bus-Verbindungen zu den Herrenberger Teilorten schwer Einfluss nehmen – Betreiber ist der Landkreis Böblingen.

Es steht schlecht um die Ziele der Landesregierung, den ÖPNV-Anteil zu erhöhen. An den Bürger*innen liegt es nicht: gerade die Stuttgarter*innen stürmen ihre Bahnen und Busse, weil der Autoverkehr inzwischen jedes Maß übersteigt.

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