Baden-Württemberg

Lebenswertes Ludwigsburg

Wem gehört die Stadt?

Wem gehört die Stadt und was macht sie lebenswert?

 „Eine Stadt ist dann attraktiv, wenn Sie im Fahrrad-Tempo tickt“ meint der dänische Stadtplaner Jan Gehl. Nicht nur Kopenhagen, auch andere Städte zeigen, dass stadtverträgliche Mobilität nur möglich ist, wenn die Prioritäten im Stadtverkehr anders gesetzt werden. Öffentliche Räume - und dazu gehören Straßen - müssen in erster Linie für nachhaltige Mobilität (ÖPNV, Fahrrad, Fußwege) zur Verfügung stehen. Da pulsiert das Leben und nicht die Blechkarawane.

OB Knecht betont „Mit mir wird es keine autofreie Innenstadt geben“. Aber darum geht es ja gar nicht! Wir haben in der Innenstadt ausreichend Parkplätze in Parkhäusern, die alle vom Ring her angefahren werden können. Niemand muss (zwischen Eberhardstraße und Hospitalstraße) durch die Wilhelmstraße fahren, um das Auto in einem der Parkhäuser zu parken. Eine Wilhelmstraße ohne Durchgangsverkehr bedeutet attraktive Fußwegeverbindungen, sichere Straßenquerung ohne Ampeln. Dennoch kann, wer will, weiterhin mit dem Auto einen Parkplatz in einem der Parkhäuser in der Innenstadt aufsuchen.

Parkplätze auf dem zentralen Arsenalplatz (auch reduziert auf 30 Parkplätze) verursachen unnötigen Parksuchverkehr und verhindern eine verkehrsberuhigte Innenstadtzone zwischen Bahnhof und Fußgängerzone. Eine hohe Aufenthaltsqualität gibt es nur mit einem autofreien Arsenalplatz.

Der Bahnhofsvorplatz muss mit dem Umbau des ZOB für Fußgänger aufgewertet werden. Der Bahnhof kann mit dem Auto ganz einfach auf der Westseite angefahren werden. Dort gibt es das Parkhaus und einen barrierefreien Zugang zur Unterführung. Arztpraxen in der Myliusstraße sind von gehbehinderten Patienten nach wie vor mit dem Auto anfahrbar. Wir wollen sicher stellen, dass die Parkplätze dort denen zur Verfügung stehen, die sie benötigen. Ab der Alleenstraße können dann nur noch Busse, Taxen und Fahrräder auf der Myliusstraße fahren. Busse werden nicht mehr von ein- und ausparkenden Fahrzeugen behindert und kommen so pünktlicher an. Fußgänger können sicher queren und haben durch den Wegfall der Parkplätze zwischen Alleenstraße und Bahnhof mehr Fläche zur Verfügung.

Eine echte Fahrradstraße zwischen Myliusstraße und Berliner Platz gibt auch den Fußgängern mehr Platz. Radwegeförderung bedeutet – wenn Rad- und Fußwege getrennt sind - auch mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger. Mehr Platz für Fußgänger durch breite Gehwege und mehr Sicherheit durch weniger Verkehr und Verlangsamung des Verkehrs z.B. in Begegnungszonen, bedeutet auch mehr Sicherheit für Radfahrer auf der Straße.

Die Umsetzung dieser Pläne wäre eine deutliche Aufwertung sowohl für den öffentlichen Raum, als auch für die Anlieger und deren Kunden. Niemand kann mit dem Auto in den Laden fahren. Der Einzelhandel ist dort erfolgreich wo er attraktiv ist für Fußgänger*innen und Fahrradfahrer, wo der ÖV einen guten Takt hat und wo ausreichend Parkplätze in fußläufiger Entfernung vorhanden sind.

Wir appellieren an den OB, nicht weiter zu polarisieren und bei Einzelhandel und Kommunalpolitik für die Chance zu werben, die sich der Stadt mit diesen Maßnahmen bietet.
Wer uns auf dem Weg zu einer lebenswerten Innenstadt unterstützen will, kann sich gerne an mich wenden: roswitha.matschiner@vcd-bw.de
Präsenz- und Onlinetreffen stehen im Terminkalender.