Baden-Württemberg

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Ludwigsburg

Historische Chance für Niederflur-Tram in Stadt und Kreis Ludwigsburg!

Pressemitteilung - Ludwigsburg, 17. März 2017:

Das nicht hoch genug anzurechnende Angebot von Landrat Rainer Haas eröffnet nun endlich die historische Chance, die im Sinne Ludwigsburgs geeignete und alleinig zukunftssichere Verkehrslösung für Stadt und Kreis mit hoher Förderung zu beschließen und umzusetzen!

Bemerkenswerterweise wird hierzu bereits auch schon von den Anrainer-Kreiskommunen Zustimmung signalisiert, was die Hoffnung auf eine baldige Entscheidung nährt.

Mittlerweile ist es unbestritten: Ohne ein zusätzliches und nachhaltig leistungsfähiges Nahverkehrsmittel, das auch die Stadtteile der schnell wachsenden Stadt Ludwigsburg erschließt, werden wir den weiter zunehmenden Verkehr in Stadt und Kreis nicht mehr zukunftsfähig bewältigen können.

Aus Sicht des Aktionsbündnisses keine Alternative hierfür ist das von OB Spec zwischenzeitlich als „gleislose Tram“ bezeichnete BRT-Bussystem mit übergroßen Straßenbussen auf breiten, hierfür neu herzustellenden eigenen Fahrbahnen aus Beton. Diese sind weder in Leistungsfähigkeit, Komfort, noch in einer „Flexibilität“ mit der schienengebundenen Tram vergleichbar! Im Gegenteil, diese Großbusse können nicht bedarfsgerecht aneinander gekuppelt werden. Aufgrund der Notwendigkeit einer eigenen, breiten Fahrbahn kann auch der Schnellbus die Route nicht beliebig kurzfristig verändern. Wie sicherlich jeder aus eigener Erfahrung weiß, ziehen in die Jahre kommende Betonplattenfahrbahnen und Straßenunebenheiten wie etwa Kanaldeckel etc. Erschütterungen durch die schweren LKW entsprechenden Busse nach sich, die in den angrenzenden Häusern mit Sicherheit niemand haben möchte. Und die „quietschende Straßenbahn“ aus Oma’s Zeiten, wie vom Bushersteller Van Hool unlängst in der LKZ beschrieben, war definitiv gestern. Moderne Stadtbahnen haben entsprechende Systeme, die auch bei engsten Kurven noch ein geräuscharmes und durch das Rad-Schiene-System weitgehend erschütterungsfreies Fahren – eben ohne Quietschen - gewährleisten! Und nicht zuletzt zieht bei der echten Tram der „Schienenbonus“, welcher für Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Komfort steht.

Bei den Investitionskosten liegt die Niederflurstadtbahn nun klar vorn, zumal mittlerweile bekannt ist, dass auch die SSB noch einen zusätzlichen Betriebshof bauen muss. Und bei den Betriebskosten werden Stadt und Kreis bei nur einem Hersteller von Hochflurbahnen und nur einem Anbieter für den Betrieb (SSB) deren Rechnungen einfach zahlen müssen. Wer kann hier guten Gewissens sagen, dass die Hochflurbahn preiswerter fahren würde?

Im Falle der Niederflurtram dagegen, bei welcher sowohl Bau als auch Betrieb europaweit ausgeschrieben werden können, ist erstens gewährleistet, dass die bestellten Leistungen wirtschaftlich und günstig im Wettbewerb eingekauft werden. Und zweitens, dass durch die Betriebsverträge auch in Zukunft ein kostenoptimierter Betrieb mit von vielen Herstellern beschaffbaren, modernen Fahrzeugen gewährleistet werden kann. Also eine Lösung, bei welcher die Steuergelder und die Mittel der Kommunen verantwortlich eingesetzt werden!

Mit Blick auf die Varianten schneidet die von uns im Sinne einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadtentwicklung Ludwigsburgs befürwortete Niederflur-Variante durch die Innenstadt nach Oßweil mit dem Streckenast ins Schlösslesfeld mit weniger als 1 Mio € Kosten pro Jahr am besten ab. Nur diese kann die starken Einzelhandelsbereiche in der Innenstadt, das Krankenhaus und die einwohnerstarken Wohngebiete im Osten der Stadt leistungsfähig erschließen. Wohlgemerkt: Dabei können moderne und wendige Niederflurfahrzeuge in sensiblen Bereichen stadtbildverträglich ohne Oberleitung fahren!

Zukunftsweisend und sinnvoll als Zubringer ergänzt werden könnte das Tram-Netz durch ein rein elektrisch betriebenes Busnetz. Dieses sollte anstelle der heute vorhandenen Dieselbusse auch alle anderen Buslinien umfassen.

Das Aktionsbündnis hat deshalb bereits einen Appell an die Ludwigsburger Stadträte gerichtet, sich für die nun eröffnete Chance der Umsetzung der Niederflurstadtbahn mit der Anbindung von Innenstadt, Oßweil und Schlösslesfeld einzusetzen, damit die zweite Antragsstufe zur GVFG-Förderung beantragt werden kann und die Fördermittel im Interesse Aller in Stadt und Kreis Ludwigsburg gesichert werden können!

Weitere Informationen unter http://www.stadtbahn-ludwigsburg.de/

 

 

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