Baden-Württemberg

Infrastruktur, Schienenverkehr, Pressemitteilung
Ludwigsburg

Stadt und Landkreis gewinnen mit der besten Kombination: Der Niederflur-Stadtbahn und bis dahin Beschleunigung der bestehenden Buslinien

Pressemitteilung - Ludwigsburg, 4. April 2017:

BUND + VCD halten es für wichtig, dass der Antrag für die nächste Förderstufe zum Bau der Niederflur-Stadtbahn (Tram) für den Kreis Ludwigsburg schnellstmöglich gestellt wird. Auch wenn OB Spec derzeit die Riesenbus-Lösung mit einer Reaktivierung der Bahnlinie nach Markgröningen bevorzugt. Volle Leistungsfähigkeit, umsteigefreie gute Verbindungen und Komfort für die Bürger der Stadt bringt nur die Niederflur-Tram. Emissionsarm, leistungsfähig, zukunftssicher.

Die von Spec und seinem Chefplaner Sascha Behnsen vorgeschlagene Reaktivierung der Markgröninger Bahn als Eisenbahn nach „Eisenbahn-Betriebs-Ordnung“ (EBO) hätte für deren Anlieger-Kreisgemeinden und Ludwigsburg bei nur geringem Reisezeitvorteil erhebliche Nachteile: Weniger Haltestellen, trennende Wirkung in den Ortschaften, keine Erschließung der Markgröninger Innenstadt, keine Erschließung der Ludwigsburger Weststadt und Linienbrechung im ohnehin bereits sehr stark ausgelasteten Ludwigsburger Bahnhof. Die dafür genannte Bauzeit von 3 Jahren ist fraglich. Dazuhin werden mit Blick auf die vorgeschlagene Weiterführung in die Region viele ungeklärte Fragen in Bezug auf nicht ausreichende Infrastruktur der DB, bereits heute stark belegter Gleistrassen und unbekannter Kosten aufgeworfen. All diese Fragen bedürfen vor jeglichen weiteren Überlegungen zuerst fundierter Prüfungen und Antworten von Seiten der Verwaltung.

„Dagegen sind Planung, Genehmigung und der Umbau der vorhandenen Bahnstrecke Ludwigsburg - Markgröningen mit Elektrifizierung für die Aufnahme eines Stadtbahnbetriebs nach der „Betriebsordnung Straßenbahn“ (BO-Strab) bereits in etwa 5 Jahren machbar“, so der Sprecher der VCD Ortsgruppe Ludwigsburg, Andreas Stier. Diese Einschätzung bestätigt auch der Chefplaner der Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft mbH, Reinhard Bickelhaupt.

Da die Tram als wesentliche Qualität direkt durch die dicht besiedelten Ortsteile, die Gewerbegebiete, in die Innenstadt und an den Bahnhof Ludwigsburg fahren kann, hat das Aktionsbündnis bereits vor einem Jahr als Ergänzung der Planungen die „Weststadtspange“ von den Ludwigsburger Waldäckern über die Gänsfußallee, die Franckhstr. und die Querung des Bahnhofs mit einer neuen Stadtbahn-Brücke zwischen Franckhsteg und Keplerbrücke vorgeschlagen. Damit entfiele der Zwangspunkt einer neuen, aufwändigen und teuren Bahnhofs-Unterführung neben dem Schillerdurchlass und die komplizierte Einführung in den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) im Eingangsbereich des Bahnhofsgebäudes. Die Pläne können ohne Nachteile für die Förderung entsprechend angepasst werden. Der Vorschlag des Aktionsbündnisses wurde übrigens bereits im Rahmen des Ideen-Wettbewerbs zum Bahnhof/ZOB in einem preisgekrönten Beitrag, der ebenfalls eine neue Brücke über den Bahnhof vorschlägt, aufgenommen. So werden kurze Wege zu Zug und Bus, das Einsteigen in die Tram auf dem ZOB sowie stressfreies Abbiegen der Tram in die Myliusstraße in Richtung Innenstadt ohne zusätzlichen Verkehr auf dem Bahnhofsvorplatz sichergestellt.

Die Niederflur Stadtbahn würde zu 80% über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) des Bundes gefördert. Bei aktuell prognostizierten Investitionskosten für das gesamte Tram-Netz in Höhe von 215 Mio € werden demnach 172 Mio € vom Bund getragen. Die verbleibenden Kosten in Höhe von 43 Mio € werden vom Landratsamt zu 50% (21,5 Mio €) sowie zu ebenfalls 50%  (21,5 Mio €) von den 5 Anrainer-Kommunen getragen (Quelle: Landkreis Ludwigsburg).

Wichtig: Hierbei werden auch die Kosten für die im Bereich der Schienen erforderliche Verlegung, Ausbau und Erneuerung der vorhandenen Infrastruktur (Kanal, Versorgung, Kommunikationsnetze, etc.) gefördert, also der Stadtentwicklung erheblicher Vorschub geleistet. Diese einmalige Chance sollte sich die Stadt nicht entgehen lassen!

Für das Niederflur-Tramsystem liegt - Im Gegensatz zu der von OB Spec bevorzugten, aufwändigen und kaum zukunftssicher ausbaubaren Riesenbus-Lösung (BRT) -  bereits heute eine klare und fundierte Entscheidungsgrundlage mit Investitions- und Folgekosten für die nächste Förderstufe vor, sodass bei schneller Entscheidung die jetzige Fördertranche bis 2019 erreicht werden kann. So könnten Planung und Bau baldmöglichst beginnen. Das gesamte Stadtbahnnetz mit schnellem Baubeginn auf dem Ast nach Markgröningen könnte dann in 10 bis 15 Jahren Realität werden.

Und bis dahin können die bestehenden Buslinien in Ludwigsburg ab sofort und einfach durch Ausweisung von Busspuren mit Vorrangschaltung an Ampeln - ohne Baumaßnahmen und mit emissionsarmen Gas,- Hybrid,- oder Elektro-Standard-Bussen ausgestattet - mit geringem Aufwand optimiert werden.

Für viele wichtige Ziele in Stadt und Landkreis wie etwa Stadtteile, Wohnquartiere, Krankenhaus, Innenstädte, die Ludwigsburger Weststadt mit vielen Arbeitsplätzen und der Mobilitätsdrehscheibe Bahnhof Ludwigsburg, könnte schon in wenigen Jahren eine leistungsfähige, attraktive Alternative zur Flankierung und Entlastung des Individualverkehrs – insbesondere auf der hoch frequentierten Ost-West-Verkehrsachse in Stadt und Landkreis Ludwigsburg - erschlossen werden. Gerne später, wenn die entsprechende Technologie ausgereift ist, auch mit Ergänzung durch selbstfahrende Elektromobilität als Zubringer!

Weitere Informationen wie etwa detaillierte Stellungnahmen zu den einzelnen Punkten des Vorschlages vom Planungsteam des OB Spec finden sie unter

 www.stadtbahn-ludwigsburg.de

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