Baden-Württemberg

Reutlingen

VCD-ÖPNV Umfrage März/April 2019

Innenansicht des Busverkehrs in Reutlingen: Die Ergebnisse der Umfrage sind jetzt online! Grafik und Zusammenfassung der Auswertung finden Sie unter «Links»

Die folgenden Anregungen und Beanstandungen stammen aus den  Antworten sowie aus den ergänzenden Bemerkungen der Probanden. 

Wir möchten sie aus VCD-Sicht besonders hervorheben

 

Informationen 

Die Frage nach «Information bei Störung» wurde mit einem auffallend schlechten Wert beurteilt: 2/3 der Befragten bewerteten diesen Punkt mit «schlecht» bis «sehr schlecht».

Gleichzeitig zeigt die geringe Anzahl der Antworten auf die Frage nach den Info-Apps «Naldo» und «ÖPNVlive» (<60%, bzw <40%), dass diese für viele Buskunden kein Ersatz für eine ausreichende Informationsmöglichkeit sind. 

•Für die Gartenstraße als zentrale Bus-Achse muss es also ein eine Stelle geben, an der neben Ticketverkauf auch aktuelle Information zum Busbetrieb angeboten wird. 

Regionalbusnetz - Stadtbusnetz 

Obwohl die Befragung nur an der Haltestelle Stadtmitte (ZOB) durchgeführt wurde und nicht am regionalen Omnibusbahnhof, ist der Anteil von Befragten, die sowohl Stadt- als auch Regionalbusse nutzen, mit 13,5% relativ hoch. In den Fahrgastkommentaren wurde die Tatsache beanstandet, dass es am ZOB nahezu keinen Hinweis auf Bussteig und Fahrzeiten der Regionalbusse gibt.  

•Aus VCD-Sicht ist es höchste Zeit, dass Regional- und Stadtbussystem als eine Einheit behandelt und im Informationssystem auch so gehandhabt werden. 

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit 

Nur rund 30% bewerten den Punkt «Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit» mit «gut» bis «sehr gut».  

•Besonders zu den täglichen Stoßzeiten oder bei absehbarem starken Verkehrsaufkommen (z.B. Vorweihnachtszeit) sind Verspätungen gut kalkulierbar. Dann könnten gravierende Verspätungen mit mehr Einsatzfahrzeugen abgefangen werden. 

Kundenfreundlichkeit der Fahrer und RSV-Kontakt 

Die Frage nach «Freundlichkeit von Busfahrer*innen» wird sehr unterschiedlich bewertet, im Textteil werden aber oft negative Erfahrungen hervorgehoben. Dasselbe gilt für den «Fahrstil», sowie für die «Rücksicht beim Anfahren». Für ältere Kunden ist das wohl öfters ein Problem. 

•Den Vorschlag eines Befragten möchten wir deshalb hiermit weitergeben: Mehr Schulung für die Fahrer*innen. 

In Kommentaren wurde Kritik geäußert, dass die RSV auf schriftliche Beanstandungen oder Beschwerden grundsätzlich nicht antwortet - nicht einmal mit einer Eingangsbestätigung. Auch bei telefonischen Beschwerden entstehe oft der Eindruck, dass ein Problem nicht ernst genommen und abgewiegelt wird.  

•Hier würde sich auch der VCD einen kundenfreundlicheren Umgang wünschen. 

Haltestellen 

Die Überdachung zumindest größerer Haltestellen und der Sitzkomfort wird überwiegend bemängelt. Besonders beanstandet werden die Metallsitze, die bei Hitze und Kälte so gut wie nicht zu benutzen seien. Besonders für ältere und gehbehinderte Fahrgäste ist dies ein gravierendes Problem. 

•Die Metallsitze sollten also nach und nach durch andere ersetzt werden. 

Tarife, Tickets 

Bemerkenswert ist hier, dass 28,4% der Befragten angeben, sie würden seit Einführung des sog. «Umwelt-Ticket-Pakets» häufiger Busse nutzen, obwohl das Angebot erst seit Januar läuft, nur auf wenige Tarife eingeschränkt ist und nach unserem Eindruck noch nicht sehr bekannt ist.  

•Das zeigt, dass mit Fahrpreis-Angebote, die als preiswert wahrgenommen werden, sehr werbewirksam neue Bus-Nutzer gewonnen werden können. 

In Kommentaren wird öfters die Kritik geäußert, dass jenes «1€-Ticket», mit dem RSV und Stadt für die Umwelttarife werben, kein «echtes 1€-Ticket» sei, sondern höchstens symbolisch im Zusammenhang mit der 365 € Jahreskarte als solches zu verstehen sei.

•Wir meinen, ein echtes 1€-Ticket für Einzelfahrten innerhalb einer Wabe wäre eine wirkungsvolle Einstiegs-Maßnahme um neue Kunden für den ÖPNV zu werben. 

Auffallend ist auch die Frage nach den Kurzstreckentickets: Fast 3/4 der Befragten wünscht sich das einzeln zu kaufende 1€-Ticket für eine kurze Strecke z.B. innerhalb eines Teilorts oder im Innenstadtbereich.  Auch ein vielfältigeres Ticket-Angebot mit Punkte- oder Wochenkarte wäre überwiegend erwünscht. Dasselbe gilt für den «kostenlosen Samstagsbus».  

•Ein Kurzstreckenticket ist auch nach Ansicht des VCD sinnvoll und nötig. 

•Den kostenlosen Samstagsbus könnte sich der VCD zunächst versuchsweise als Angebote z.B. an Event-Wochenenden vorstellen. 

Einstiegsregelung 

Im Kommentarteil wird oft der Wunsch nach einer anderen Einstiegsregelung geäußert. Die Regel, dass nur vorne beim Fahrer eingestiegen werden darf sei schon lange nicht mehr zeitgemäß und bringe über?üssige Verzögerungen mit sich.  

•Warum schaut sich die RSV nicht um, wie das andere Verkehrsunternehmen handhaben? 

Taktfrequenz an Samstagen und Sonntagen 

Mehr als 50 % bewerten die Taktfrequenz samstags und sonntags mit «schlecht» und «sehr schlecht».  

•Hier wäre zu überlegen, ob nicht für Linien, die typische Naherholungs- und Ausflugsziele tangieren, entsprechende Fahrplan-Angebote eingerichtet werden können. 

Fahrradmitnahme 

Die Frage nach «Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern» haben nur wenige Befragte gut bewertet. Das war nicht überraschend, weil es diese Möglichkeit bis jetzt so gut wie nicht gibt. Es gibt aber offensichtlich ein Bedürfnis danach.  

•Auch das wäre in einer zukünftigen Planung zu berücksichtigen.

 

 

zurück