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Verkehrsclub begrüßt dezentrale Abstellflächen in Rohrbach Süd – Wasserstoffbusse neue Klimakiller?

Abstellflächen für Busse und Bahnen gehören nach Ansicht des VCD nicht in die Innenstadt sondern an den Stadtrand. Und wasserstoffgetriebene Busse lehnen wir ab wegen der deutliche schlechteren Klimabilanz als bei batteriebetriebenen Busse.

Der VCD Rhein-Neckar unterstützt die Pläne der RNV in Heidelberg Rohrbach Süd Abstellflächen und ggf. eine Halle für Straßenbahnen und Busse zu bauen. Damit werden zukünftig keine 13 Straßenbahnen und 11 Busse mehr jeden Morgen leer vom Betriebshof in Bergheim ausrücken. Damit ersparen es sich auch dutzende RNV-Mitarbeiter, jeden Morgen mit dem Auto erst in die Stadt zu fahren und dann wiederum mit einer leeren Bahn dorthin zurückfahren, wo sie herkommen.

„Moderne Straßenbahnbetriebe stellen ihre Busse und Bahnen dezentral ab“, so begründet VCD-Sprecher Felix Berschin die Zustimmung. „Ein Betriebshof in der Stadtmitte als schnell erreichbarer Ort für das Zuführen von Fahrzeugen zu Werkstätten und zur Reinigung mag noch Sinn ergeben, aber Platz fürs Abstellen von Fahrzeugen nachts zu verbrauchen, ist gerade in einer Stadt mit akuter Wohnungsnot Verschwendung.“

Der VCD regt zudem an, die im Zuge des geplanten interkommunalen Gewerbegebiets Leimen/Heidelberg angedachte Straße gleich mit einer Straßenbahn auszurüsten, die bis nach St. Ilgen Probsterwald an eine neue S-Bahn Station führen könnte. Eventuell wäre die erste Stufe dieser neuen Strecke auch für das Abstellen der Bahnen geeignet.

Kritik übt der Regionalverband des VCD dagegen an den Plänen für den Einsatz von Wasserstoffbussen. Diese würden fast drei Mal so viel Energie verbrauchen als Batteriebusse. Das Argument der Reichweite habe sich inzwischen erledigt, da Batteriebusse inzwischen über 250 km am Tag zurücklegen können. „Hier hat die Batterietechnik, z.B. E-Busse aus Mannheim und Hochleistungsbatterien aus Darmstadt, extreme Fortschritte gemacht,“ so Berschin. Dagegen steckt der Wasserstoffbus in den Kinderschuhen. Kein deutscher Hersteller kann solche Busse liefern, seitdem Daimler 2012 aus dieser Technologie ausgestiegen ist. Zu allem Überfluss wird der Wasserstoff von der BASF aus Ludwigshafen bezogen, die ihn aus Erdgas herstellt. Damit wird dieser eine doppelt so hohe CO2-Belastung haben wie die heutigen Dieselbusse.

Der Argumentation, dass dieser Wasserstoff „Abfallprodukt“ sei, widerspricht der ökologische Verkehrsclub, denn Wasserstoff wird auch bei der BASF v.a. für die Herstellung von Amoniak und anderen Düngern gebraucht. Bislang ist dem VCD kein Hersteller in der Region bekannt, der grünen Wasserstoff, d.h. per Elektrolyse aus Strom gewonnenen Wasserstoff, herstellt. Aber selbst wenn es „grünen Wasserstoff“ gäbe, müsste damit vordringlich die chemische Industrie versorgt werden.

Auch den von der BASF in das Spiel gebrachten „türkisenen Wasserstoff“ sieht der VCD kritisch. Zum einen ist das Pyrolyse-Verfahren frühestens 2025, eher 2030 einsatzbereit, zum anderen wird hier weiterhin Kohlenstoff freigesetzt, für den erst eine Verwendung gefunden werden muss. Werden Wasserstoffbusse eingesetzt, müssen diese zwingend und sofort mit „grünem Wasserstoff“ betrieben werden. Wasserstoff aus Erdgas in Bussen einzusetzen, macht die Busse für den VCD zu neuen Klimakillern.

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