Baden-Württemberg

Schwarzwald - Baar - Rottweil

Jahresbericht 2018/19

VCD - Kreisgruppe Schwarzwald-Baar-Rottweil

Jahres-Bericht 2018/19 - 

 

Regelmäßige Treffen der Kreisgruppe

 Unsere Kreisgruppe trifft sich alle 1 bis 2 Monate, um über regionale verkehrspolitische Themen zu diskutieren, Presseerklärungen zu formulieren oder auch Veranstaltungen vorzubereiten. Zu diesen Treffen sind die VCD-Mitglieder der Region immer herzlich willkommen, Ort und Termin finden sich auf unserer Internetseite:  bw.vcd.org/der-vcd-in-bw/schwarzwald-baar-rottweil

 

 

Regionaler Schienenverkehr

 

Gäubahn (Stuttgart-Zürich)

 

Diese Fernverkehrslinie zwischen Stuttgart und Zürich, die in unserer Region die Bahnhöfe Rottweil und Tuttlingen als wichtige Knotenpunkte passiert, war wie schon in den Jahren zuvor eines unserer Hauptthemen im Bereich Bahnverkehr.

Nachdem im Jahr zuvor mit dem IC-Stundentakt eigentlich ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen war, standen - als Gegenstück dazu und als Dauer-Ärgernis - in diesem Jahr die permanenten Verspätungen dieses Zugs im Fokus. Denn in der Regel fährt der IC in Stuttgart rechtzeitig ab, verliert dann aber zunehmend an Pünktlichkeit, so dass dann oft die Anschlüsse in Horb, Rottweil und Tuttlingen nicht funktionieren. Offensichtlich sind die Fahrzeiten zwischen den IC-Halten zu eng bemessen und wegen der wenigen Kreuzungsstellen auf der eingleisigen Strecke zwischen Horb und Tuttlingen übertragen sich die Verspätungen von der einen in die andere Richtung.

Es gibt also einen eklatanten Widerspruch zwischen dem Fahrplanangebot „auf dem Papier“ und der von der DB täglich praktizierten Realität. Besonders ärgerlich ist dies, wenn – wie sehr häufig in Tuttlingen der Fall – der Anschlusszug Richtung Immendingen und Blumberg nicht wartet, auch wenn die Verspätung lediglich einige Minuten beträgt. Dies verprellt vorhandene Fahrgäste besonders und schreckt neue Fahrgäste ab.

Unsere VCD-Gruppe schrieb zu diesem Sachverhalt einen Brief an den DB-Vorstandsvorsitzenden Lutz, doch vermutlich wird uns dieses Ärgernis noch länger beschäftigen.     

 

Neustadt-Villingen

 

Die Strecke Neustadt-Donaueschingen ist zurzeit eine Dauer-Baustelle, schon über ein Jahr ruht der Schienenverkehr und wird umfangreich mit Bussen ersetzt. Dies geht noch bis Ende dieses Jahres 2019 so weiter, bis dann ab Dezember die bisherige Elektrifizierungslücke endlich beseitigt sein wird. Ab dem neuen Fahrplan wird dann mit der Breisgau-S-Bahn ein umsteigefreies Fahren im Stundentakt von Freiburg bis Villingen möglich sein.

Bis dahin heißt es Geduld üben…

 

Villingen - Rottweil

 

Dass auch die weiterführende Strecke des Ringzugs zwischen Villingen und Rottweil (27 km) dringend elektrifiziert werden muss, darauf haben wir bereits in den beiden letzten Rundbriefen hingewiesen. Denn in ein paar Jahren müssen neue Ringzug-Wagen bestellt werden. In Gesprächen mit Landrat und Landtagsabgeordneten sowie Presseerklärungen haben wir dies deutlich zum Ausdruck gebracht.

Erfreulicherweise hat inzwischen ein in Auftrag gegebenes Gutachten geklärt, dass der Abschnitt in Zukunft am sinnvollsten mit einer Oberleitung elektrisch zu befahren ist. Im Elektrifizierungskonzept des Landes befindet sich die Strecke nun im Schritt 2 („Vordringlicher Bedarf/Lückenschluss“), dessen Realisierung ab Mitte der 20er Jahre vorgesehen ist.

 

 

 Grüne Logistik?

 

Gibt es eine „grüne Logistik“?  Ist umweltschonender Güter-Transport auf der Straße möglich?

 Zu dieser Frage hatte unsere Kreisgruppe den Logistik-Experten und Geschäftsführer der Überlinger Naturkost-Großhandelsfirma Bodan, Dieter Hallerbach, zu einem Vortrag eingeladen. Die Firma, deren 23 LKW´s jeden Tag auf den Straßen Süddeutschlands rollen, versteht sich als Pionier „grüner Logistik“, möchte bis zum Jahr 2020 klimaneutral sein und keine fossilen Brennstoffe mehr verwenden. An vielen Beispielen zeigte der Referent eindrucksvoll, wie die Emissionen drastisch gesenkt werden können: Fahrzeuge, die mit dem Biokraftstoff HVO fahren oder mit verflüssigtem Erdgas (LNG) unterwegs sind und 95% weniger CO2 ausstoßen als herkömmliche LKW´s,  Hybridfahrzeuge (Gas- und Elektro) sowie andere technische Maßnahmen wie umweltschonende Transport-Kühlung oder Umgestaltung des Betriebsgeländes mit z.B. Solaranlagen.

Der Vortrag war so beeindruckend, dass wir einen Pressebericht verfassten, der in zwei Zeitungen abgedruckt wurde: „Umweltfreundlich mit Gas und Elektro“.

 

 

Welche Auswirkungen hat die Verkehrswende auf die

Auto-Industrie und die Beschäftigung?

 

Mit dieser vieldiskutierten Frage beschäftigte sich ein öffentlicher Vortrag von Prof. Rudi Kurz von der Hochschule Pforzheim, den der VCD zusammen mit anderen Umwelt-Gruppen in Rottweil organisiert hat. Bricht die Wirtschaft im „Autoland Baden-Württemberg“ zusammen, wenn ernsthafte Schritte in Richtung nachhaltige Mobilität unternommen werden? BW sei schon lange kein „Autoland“ mehr, so das Fazit des Vortrags. Nur ca. 4 Prozent der Arbeitsplätze (200 000) hängen von der Autoindustrie ab (insgesamt in der BRD 2 Prozent), also nicht „jeder siebte Arbeitsplatz“, wie es von interessierter Seite immer lanciert wird. Bei einer Reduktion des motorisierten Individualverkehrs auf ein Zehntel bis 2050, um die Pariser Klimaziele im Verkehrssektor zu erreichen, wären etwa die Hälfte dieser Arbeitsplätze gefährdet (ca. 100 000), die sich aber durch Fördermaßnahmen und den Strukturwandel in anderen Sektoren ersetzen ließen. Nötig wären Infrastruktur-Weichenstellungen und ein klarer Zeitplan (z.B. bis 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr).  

 

 

Aktion „zu Fuß zur Schule“

Auch in diesem Jahr unterstützten wir wieder die Aubert-Grundschule in Deißlingen bei der „Aktion zu Fuß zur Schule“, in welcher den Kindern auf lebendige und spielerische Art gezeigt wird, dass es sehr oft auch ohne Auto geht. Wie jedes Jahr überreichten wir jedem Kind der Gewinnerklasse ein VCD-Reflexions-Armband als Preis für sein Engagement.

 

VCD-Stand bei den Naturschutztagen in Radolfzell

Erstmals war der VCD im Januar 2019 mit einem Info-Stand bei den 4-tägigen Naturschutztagen in Radolfzell präsent. Der Stand wurde von der Kreisgruppe Schwarzwald-Baar-Rottweil betreut.

 

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