Baden-Württemberg

Pressemitteilung, Elektromobilität, Schienenverkehr
Schwarzwald - Baar - Rottweil

VCD für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Villingen-Rottweil

Für den ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) muss nach der Elektrifizierung der östlichen Höllentalbahn Neustadt-Donaueschingen der nächste wichtige Schritt erfolgen: Die Elektrifizierung des Abschnitts Villingen-Rottweil.

Die VCD-Kreisgruppe Schwarzwald-Baar-Rottweil stellt als Ergebnis ihrer jüngsten Sitzung fest, dass die Elektromobilität auf der Schiene höchste Effizienz, Leistung und Zuverlässigkeit biete, dass man jedoch schnell zu einer Realisierung kommen müsse.

„Die Dieseltriebwagen des Ringzugs werden nämlich in den nächsten Jahren - bis etwa 2025 - das En-de ihrer Einsatzdauer erreichen“, erläutert Ekkehard Hausen, der Sprecher des regionalen VCD. „Doch die Ausschreibung und Beschaffung neuer Triebwagen benötigt mehrere Jahre Vorlauf. Wenn man jetzt wieder Dieselmodelle bestellt, wäre man bei einer Nutzungsdauer von 25 Jahren bis zum Jahr 2050 auf den Dieselantrieb festgelegt.“  

Hermann Krafft, Vorstandsmitglied im VCD-Regionalverband Südbaden, ergänzt: „Im Straßenverkehr sollen aus Umwelt- und Klimaschutzgründen ab ca. 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden, während im ansonsten viel umweltfreundlicheren Schienenverkehr dies erst 20 Jahre später der Fall wäre. Das wäre dann wirklich absurd!“

Um den Schienenverkehr in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ökonomisch und ökologisch zu-kunftsfähig zu gestalten, muss nach Meinung des VCD zweigleisig gefahren werden. Zum einen müss-te bald mit der Planung der Streckenelektrifizierung Villingen–Rottweil begonnen werden, so wie dies der Schwarzwald-Baar-Kreis auch in seinem Nahverkehrsplan als Ziel formuliert habe. Zum anderen müsste man - um auch auf den verbleibenden „elektrischen Lücken“ wie z.B. zwischen Immendingen, Blumberg und Tuttlingen elektrisch fahren zu können -  bei der nächsten Generation der Ringzug-Triebwagen auf neuartige Zweisystem-Fahrzeuge („Hybrid-Triebwagen“) setzen. Diese beziehen ihren Strom einerseits auf den elektrifizierten Strecken aus der Oberleitung, andererseits legen sie die restli-chen Abschnitte z.B. mit Elektroenergie aus Akkus oder Brennstoffzellen zurück. Den Fahrgästen bleibt somit lästiges Umsteigen erspart.

„Gerade die Elektrifizierung des Abschnitts Villingen - Rottweil hätte noch einen weiteren großen Vorteil“, meint Ekkehard Hausen. „Dann wäre endlich wieder eine durchgehende umsteigefreie Di-rekt-Verbindung zwischen Freiburg und Stuttgart möglich. Denn ab Dezember 2019 fahren die Züge von Freiburg bis Villingen durch. Doch um dann ohne Umsteigen weiter über Rottweil nach Stuttgart fahren zu können, fehlt die Elektrifizierung dieses nur 27 km langen Abschnitts. Mit relativ wenig Aufwand  könnte diese Lücke geschlossen und weitreichende positive Folgen für Umwelt, Klima und Mobilität erreicht werden.“

Der VCD Schwarzwald-Baar-Rottweil appelliert daher gemeinsam mit dem Landesnaturschutzverband (LNV) an die Politiker der Region, für die Elektromobilität auf der Schiene bereits in diesem Jahr kon-krete Planungen anzustoßen.

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