Baden-Württemberg

OEPNV

 

 

Stadt Tübingen

Das ÖPNV-Angebot in Tübingen ist, gemessen an seiner Größe (ca. 85.000 Einwohner), als "sehr gut" zu bezeichnen: Mehr als 20 Buslinien verkehren tagsüber im (größtenteils) 15- oder 30-Minuten- Takt. Ergänzt werden sie durch ein, auf Anruf halbstündlich verkehrendes Sammeltaxi während der ganzen Nacht, sowie seit 2018 durch ein in allen Nächten verkehrendes Nachtbus-Angebot..

2019 wurde mit der Umgestaltung des Europaplatzes (Omnibusbahnhof) begonnen. Nach 25 Jahren Planungsvorlauf soll dort nun eine zeitgemäße Drehscheibe für den ÖPNV entstehen; mit breiteren Bussteigen, besserem Wetterschutz sowie kürzeren und sichereren Umsteigewegen. Die bauliche Umsetzung ist kompatibel mit einer künftigen Ausschleifung der Regionalstadtbahn von den Gleisen des Zugverkehrs auf die Innenstadtstrecke nach Waldhäuser Ost. Teil der Neugestaltung ist ferner eine Fahrradstation mit Parkierungsanlage für mehrere hundert Fahrräder.

Daneben hat der Stadtverkehr in Tübingen bundesweit Schlagzeilen durch sein seit 2018 an Samstagen kostenlos nutzbares ÖPNV-Angebot gemacht. Die Fahradmitnahme ist (wo erlaubt) grundsätzlich kostenlos und weitreichende Mitnahmereglungen für Zeitkarteninhaber an Abenden und Wochenenden runden das Angebot ab.

Kreis Tübingen

Auch im Kreis Tübingen ist die Situation überwiegend als "gut" einzustufen, was nicht zuletzt auf das Engagement des VCD zurückgeht: Teile eines durch den VCD erstellten kreisweiten ÖPNV-Konzepts wurden im Ammertal und auf den Härten weitestgehend umgesetzt.

Mittlerweile werden montags bis freitags fast alle Orte im Kreis Tübingen bis in die Abendstunden stündlich bedient. An den Wochenenden verkehren zudem in einige Gemeinden Nachtbusse. Abends und am Wochenende ist zwar auf vielen Strecken ebenfalls ein Stundentakt etabliert, jedoch werden diese Fahrten in den ländlichen Gebieten überwiegend als Anmeldefahrten duchgeführt:

Was einst dem ÖPNV auf dem Land auf die Sprünge helfen sollte, erweist sich hier jedoch als massives Zugangshindernis zum ÖPNV; insbesondere vor dem Hintergrund, dass für die Anmeldeverkehre separate Tarifregelungen gelten. Seit 2019 beginnt sich die Situation jedoch teilweise zu entspannen, da z.B. im Raum Rottenburg eine tarifliche Integration der Anmeldefahrten vollzogen wurde und teilweise (wie etwa auf den Härten) Anmeldefahrten durch reguläre Busverbindungen ersetzt wurden.

Auch die Erschließung durch die Schiene ist als "gut" zu bezeichnen: Vier Bahnstrecken laufen auf Tübingen zu, wobei die Ammertalbahn seit 1999 wieder durchgängig bis Herrenberg befahrbar ist. Anhand dieser Schienenstrecke zeigt sich besondersdeutlich, wie sehr der eigene Erfolg auch zum Hemmschuh für die weitere Entwicklungwerden kann: Rasant steigende Fahrgastzahlen habendieStrecke binnen zwei Jahrzahnten an den Rand ihrer Kapazität gebracht. Brechend volle Züge während der Stoßzeiten, Verspätungen, Zugausfälle, reduziertes Platzangebot und ständige Sperrungen während der Schulferien haben das Image der Bahnstrecke inden letzten Jahren stark ramponiert und Pendler mürbe werden lassen. Zum Glück ist der dringend erfoderliche Ausbau der Ammertalbahn mittlerweile begonnen.

Die Schönbuchbahn von Dettenhausen nach Böblingen hat diese “Roßkur” bereits hinter sich: Im Dezember 2019 wurde die gesamte Strecke – mit rund eineinhalb Jahren Verspätung – wieder in Betrieb genommen. Mit der erfolgten Elektrifizierung, dem Bau zusätzlicher Ausweichstellen und verlängerten Bahnsteigen soll hier künftig das stark angewachsene Fahrgastaufkommen befriedigt werden.

Region Neckar-Alb

Der öffentliche Vekehr in der Region Neckar-Alb ist unmittelbar und mittelbar von Stuttgart 21 und dessen Auswirkungen betroffen; namentlich die Zollernbahn, die ihre umsteigefreien Verbindungen nach Stuttgart verlieren wird, wenn die Strecke nicht bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 elektrifiziert ist.

Ferner profitieren die BewohnerInnen der Region von der erfolgten Liberalisierung im Fernbusverkehr.

Forderungen

  • Fahrplanverdichtung und Beschleunigung des Öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Tübingen, mit dem Schienenverkehr als Rückgrat.
  • Weitere Tarifharmonisierungen innerhalb des Verkehrsverbunds Neckar-Alb; insbesondere bei den Anmeldeverkehren im Landkreis Tübingen.
  • Schaffung weiterer Tarifintegrationen im Übergangsbereich zwischen naldo und dem Verkehsverbund Suttgart (VVS) im jeweiligen Nachbarverbund.

 Stand: 01/20

Termine des VCD Tübingen

Hinweise auf Veranstaltungen, Mitglliederversammlungen, Vorträge etc.

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