Baden-Württemberg

Spritspartipps

11 Spritspartipps

Wer schneller schaltet, spart Geld und schont das Klima. Steigende Benzinpreise, ein Allzeithoch jagt das nächste! Der Verkehr heizt das Klima an!

Mit ein paar einfachen Verhaltensweisen können Sie bei solchen Schlagzeilen gelassen bleiben. Bis zur 40 Prozent weniger Verbrauch sind – je nach bisheriger Fahrweise – möglich. Dabei schonen Sie nicht nur Ihre Geldbörse, das Klima, Ihre Nerven und Ihre Mitmenschen. Sie fahren auch entspannter, ohne wesentlich länger unterwegs zu sein.

Die 11 Spritspartipps

1) Kein Ballast im Auto

Sprit sparen beginnt vor dem Losfahren. Jedes Kilogramm Gewicht erhöht den Verbrauch des Autos. Faustregel: 100 kg Mehrgewicht kosten einen halben Liter mehr. Dachgepäck lastet besonders schwer auf dem Tank. Drei Fahrräder auf dem Dach bedeuten einen Mehrverbrauch von bis zu 4 l/100 km, selbst ein unbeladener Skihalter immer noch etwa einen Liter. Also Dachgepäckträger besser in Keller oder Garage als auf dem Autodach lagern. Und wenn Sie dennoch mit Dachlast fahren müssen, fahren Sie langsam, damit der Luftwiderstand gering bleibt.

2) Reifen mit geringem Rollwiderstand

Erstens: Verlangen Sie beim Kauf eines Neuwagens, dass Reifen montiert sind, die den Anforderungen des Blauen Engels für rollwiderstandsarme und lärmarme Reifen entsprechen.

Beachten Sie bitte beim Neukauf von Reifen folgende Hinweise

Zweitens: Fahren Sie immer mindestens mit dem Reifendruck, den der Autohersteller für das voll beladene Fahrzeug bei Höchstgeschwindigkeit empfiehlt. Es darf auch noch ein bisschen mehr sein. Dem etwas geringeren Federungskomfort stehen ein deutlich geringerer Verbrauch, weniger Schadstoffe, mehr Bremssicherheit und weniger Reifenverschleiß gegenüber. Übrigens: Breitreifen erhöhen den Verbrauch.

Drittens: Winterreifen sind lauter, nutzen schneller ab und kosten bis zu 10 Prozent mehr Sprit – also rechtzeitig auf Sommerreifen zurück wechseln.

3) Kurzstrecken und Verschleiß vermeiden

Ein Mittelklassewagen braucht direkt nach dem Start umgerechnet rund 30 bis 40 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Nach einem Kilometer sinkt der Verbrauch auf 20 Liter. Erst nach vier Kilometern ist der Motor betriebswarm und der Verbrauch hat sich normalisiert. Meiden Sie Kurzstrecken mit dem Auto. Steigen Sie wieder aus und um auf Bus, Bahn oder das Fahrrad. Radfahren geht häufiger als Sie denken und hält Sie jung und gesund. Auf Kurzstrecken bis etwa fünf Kilometer ist das Rad das ideale und innerorts schnellste Verkehrsmittel. Und der Fußweg zum Bäcker an der Ecke macht mehr Spaß als mit dem Auto zum Supermarkt.

4) Anschnallen, starten, losfahren

Erledigen Sie alle Handgriffe am Fahrzeug: Einladen, Fahrer und Mitfahrer einsteigen, anschnallen, Spiegel einstellen usw. Dann erst starten Sie – natürlich ohne dabei Gas zu geben – und fahren sofort los. Der Verschleiß des Motors ist bei kaltem Motor außerordentlich hoch. Besonders schädlich für Motor und Umwelt: Warm laufen lassen im Stand. Am schonendsten erreicht der Motor seine Betriebstemperatur, wenn es sofort nach dem Anlassen losgeht und spritsparend gefahren wird. Synthetische Leichtlauföle schützen vor Verschleiß und senken den Verbrauch. Besondere Zusätze in Öl und Kraftstoff versprechen dagegen viel und bringen wenig.

5) Energiefresser ausschalten

Je stärker der Motor durch Zusatzgeräte belastet wird, desto höher ist der Kraftstoffverbrauch. Einer der größten Energiefresser ist die Klimaanlage, die den Verbrauch um bis zu 3 l/100 km erhöht. Licht am Tag, Sitzheizung, etc., alle „ernähren“ sich aus der Tankfüllung. Vergessen wird oft die Heckscheibenheizung. Die „verbraucht“ pro Stunde ca. 0,1 Liter Sprit. Umgerechnet auf den Stadtverkehr sind das 0,3 bis 0,4 Liter pro 100 Kilometer

6) Niedrigtourig fahren

Niedrigtouriges Fahren ist das A und O einer umweltverträglichen Fahrweise. Leider hält sich hartnäckig das Gerücht, ein Motor liefe am sparsamsten und schonendsten im mittleren Drehzahlbereich. Aber für alle Autos, die in den letzten dreißig Jahren gebaut wurden gilt: je niedrigtouriger und je gleichmäßiger, desto besser. Niedrigtourig fahren spart bis zu 30 Prozent Benzin, schont den Motor und die Nerven lärmgeschädigter Anwohner.

2000 Umdrehungen (U/min) reichen im Stadtverkehr aus. Fahren Sie immer imhöchstmöglichen Gang. Treten Sie das Gaspedal auch bei größeren Anforderungen (z. B. beim bergauf Fahren) fast ganz durch. Erst wenn das nicht ausreicht, um die gewünschte Geschwindigkeit zu halten oder Beschleunigung zu erzielen, schalten Sie zurück. Im höchstmöglichen Gang zu fahren schont außerdem den Motor und ist hörbar leiser. Ein Auto mit 50 km/h im 2. Gang wird als genauso laut empfunden wie 20 Autos, die bei gleicher Geschwindigkeit im 4. Gang fahren.

7) Schnell schalten, zügig beschleunigen

Schalten Sie schon nach einer Wagenlänge in den zweiten Gang. Im zweiten und dritten Gang kräftig Gas geben (das Gaspedal zu etwa 3/4 durchtreten) und spätestens bei 2000 U/min hochschalten. Wer mit viel Gas bei niedriger Drehzahl beschleunigt, erreicht eine vollständigere, verbrauchsgünstigere und schadstoffärmere Verbrennung, als mit sanftem Fuß im mittleren Drehzahlbereich. Ohne Drehzahlmesser orientiert man sich am Tacho: Bei 25 bis 30 km/h in den 3., bei 35 bis 45 km/h in den 4. und spätestens bei 50 bis 55 km/h in den 5. Gang schalten. Mit den angegebenen Schaltpunkten sind fast alle heute zugelassenen Pkw vom „Kleinwagen“ mit 40 PS bis zur schweren Limousine problemlos zu fahren.

8) Vorausschauend gleiten, gelassen fahren

Jedes Anfahren und Beschleunigen verbraucht viel Benzin oder Diesel. Durch vorausschauendes Fahren wird eine möglichst regelmäßige Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit angestrebt. Genügend Abstand zum voraus fahrenden Fahrzeug (Faustregel: 3 Sekunden) hilft Ungleichmäßigkeiten im fließenden Verkehr auszugleichen und dient der Verkehrssicherheit. Häufig lässt sich der Schwung des Autos nutzen.

Beispiel: Sie fahren 50 km/h und sehen in 200 Meter Entfernung eine Ampel auf Rot schalten. Wenn Sie nun mit eingelegtem Gang vom Gas gehen und den Motor sanft bremsen lassen, spricht die Schubabschaltung des Autos an und der Motor verbraucht überhaupt keinen Kraftstoff. Sobald die Drehzahl in den Leerlaufbereich kommt, versorgt die Steuerelektronik den Motor aber wieder. Schalten Sie vorher entweder weiter zurück oder kuppeln Sie aus und rollen Sie im Leerlauf weiter. Auf längeren Strecken lassen Sie das Auto besser gleich im Leerlauf ausrollen.

9) Überlandverkehr

2000 U/min reichen auf Fernstraßen nicht aus. Auch gelten die in 7. genannten Schaltpunkte nicht für die Beschleunigungsstreifen der Autobahn und für Überholvorgänge auf Landstraßen. Generell gilt aber auch für Landstraße und Autobahn: je niedriger die Drehzahl und damit das Tempo, desto niedriger der Verbrauch. Dabei fordert der Luftwiderstand übermäßig viel Kraftstoff. Fahren Sie gleichmäßige und möglichst niedrige Geschwindigkeiten. Tempo 80 auf Landstraßen und 120 auf Autobahnen senkt nicht nur den Verbrauch, sondern reduziert auch erheblich die Unfallgefahr.

10) Motor aus!

Wenn sich absehen lässt, dass Sie mehr als 10 Sekunden stehen, sollten Sie den Motor abstellen. Beim Motorstart auf keinen Fall Gas geben.

11) Auto kaufen?

Achten Sie beim Autokauf auf die Verbrauchswerte. Die VCD-Kaufberatung „Welches Auto soll es sein?“ nennt Ihnen aktuelle, verbrauchsarme Modelle für jeden Nutzertyp von der Stadtfrau bis zur Familie. Aber auch Kriterien wie Lärm, Feinstaub oder der Umweltschutz bei der Produktion sind wichtig. Der VCD bewertet jährlich viele hundert Neufahrzeuge in der „Auto-Umwelt-Liste“ auf ihre Umweltverträglichkeit. Beide Broschüren können Sie beim VCD anfordern.