Baden-Württemberg

Bahnverkehr auf der Residenzbahn: VCD verwundert über Streit der Abgeordneten Versäumnisse liegen auch bei Stadt Pforzheim und Enzkreis

Verwundert über den Streit der Abgeordneten hinsichtlich des Bahnverkehrs auf der Residenzbahn zwischen Stuttgart, Pforzheim und Karlsruhe zeigt sich der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD). Tatsächlich müsse es jetzt darum gehen, gemeinsam auf allen Ebenen rasch Verbesserungen im Zugverkehr zu realisieren, damit die Fahrgäste wieder zuverlässige und pünktliche Züge nutzen könnten, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb.

„Derzeit gibt es sowohl Fahrzeugprobleme, die von den Herstellern zu lösen sind, Personalengpässen, die die neuen Betreiber Abellio und Go-Ahead beheben müssen als auch Fahrplandefizite, für die das Verkehrsministerium des Landes die Verantwortung trägt“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Außerdem seien aktuell auch die Fernverkehrszüge der DB AG auf der Strecke Karlsruhe - Stuttgart - Nürnberg sehr störanfällig, beklagt Lieb.

Hinsichtlich der Fahrplandefizite verweist Lieb auf ein Schreiben des VCD an den Enzkreis, die Stadt Pforzheim und den Landkreis Ludwigsburg vom 6.12.2015, mit dem der VCD schon vor fast vier Jahren im Hinblick auf den jetzt gültigen Fahrplan um Unterstützung u.a. für bessere Frühverbindungen Richtung Karlsruhe, für Spätverbindungen abends von Karlsruhe zu den kleineren Enzkreis-Stationen östlich von Pforzheim und auch im Berufsverkehr Richtung Bretten gebeten hatte. Insofern waren viele der jetzt kritisierten Punkte schon frühzeitig bekannt, waren aber von den regionalen Gebietskörperschaften Stadt Pforzheim und Enzkreis nicht oder nicht hinreichend gegenüber dem Land rechtzeitig vor der Fahrplanumstellung eingebracht worden, beklagt Lieb.

Zu beachten sei aus VCD-Sicht, dass ein Teil der Probleme mit der Trennung in Pforzheim in einen östlichen und westlichen Fahrplanabschnitt daher resultiere, dass kurzfristig die DB Netz neue Planungsparameter für die Fahrplanerstellung vorgegeben habe, so dass ein 30-Minuten-Takt der Stadtbahnen - obwohl ursprünglich geplant - zwischen Pforzheim und Karlsruhe nicht mehr möglich gewesen sei, weiß Lieb. Hier störe besonders die Langsamfahrstelle am Bahnübergang Kleinsteinbach und der fehlende Umbau am Bahnübergang Söllingen, der bessere Stadtbahn-Fahrpläne torpediere, so der VCD.

Deshalb seien jetzt alle Beteiligten gefordert, neben den Fahrzeug- und Personalproblemen auch die Defizite bei den Fahrplänen zu beheben, hier stehe tatsächlich das Land in der Verantwortung, so Lieb.

Gerade im morgendlichen Berufsverkehr Richtung Karlsruhe werde durch den Wegfall des ICs ab Mitte Dezember die Situation noch weiter verschärft, so dass hier rasch Lösungen im Interesse der Pendler gefunden werden müssten, fordert Lieb.

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