Baden-Württemberg

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ÖPNV auf dem Land: Studie zeigt Nachholbedarf – Schwäbisch Hall holt auf, Schlusslicht Sigmaringen

Wie weit sind die Wege zu Bus und Bahn in Baden-Württemberg? Wie weit ist die nächste Bushaltestelle oder der nächste Bahnhaltepunkt entfernt? Dies wurde beim Erreichbarkeitsindex des Bündnisses „Allianz pro Schiene“ untersucht. „Für Baden-Württemberg ergibt sich damit ein guter vierter Platz nach den deutlich dichter besiedelten Ländern Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest. „Positiv ist die Verbesserung um einen ganzen Prozentpunkt gegenüber 2018 auf jetzt 95,8% der Bevölkerung, die eine ÖPNV-Anbindung besitzt. Als ÖPNV-Anbindung wurde dabei eine Bushaltestelle in höchstens 600 m Entfernung oder ein Schienenhaltepunkt in höchstens 1.200 m Entfernung mit mindestens 20 Fahrtmöglichkeiten am Tag definiert.

 

Baden-Württemberg erreicht guten vierten Platz

Wie weit sind die Wege zu Bus und Bahn in Baden-Württemberg? Wie weit ist die nächste Bushaltestelle oder der nächste Bahnhaltepunkt entfernt? Dies wurde beim Erreichbarkeitsindex des Bündnisses „Allianz pro Schiene“ untersucht. „Für Baden-Württemberg ergibt sich damit ein guter vierter Platz nach den deutlich dichter besiedelten Ländern Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest. „Positiv ist die Verbesserung um einen ganzen Prozentpunkt gegenüber 2018 auf jetzt 95,8% der Bevölkerung, die eine ÖPNV-Anbindung besitzt. Als ÖPNV-Anbindung wurde dabei eine Bushaltestelle in höchstens 600 m Entfernung oder ein Schienenhaltepunkt in höchstens 1.200 m Entfernung mit mindestens 20 Fahrtmöglichkeiten am Tag definiert. 

Stadtkreise besser angebunden als Landkreise

Während die Stadtkreise (an der Spitze Pforzheim mit einer Erschließung von 99,93%) in Baden-Württemberg generell gut abschneiden, liegen immerhin neun Landkreise unter dem Bundesschnitt von 91,4%. Schlusslicht ist hier der Landkreis Sigmaringen mit einer Erschließung von nur 82,09%, gefolgt von Ravensburg mit 82,27%.

Verbesserungen bei Landkreisen unterschiedlich hoch

„Positiv ist jedoch, dass sich alle Landkreise, die in der letzten Untersuchung 2018 als unterdurchschnittlich erschlossen identifiziert worden waren, verbessert haben. Die Verbesserung fällt allerdings unterschiedlich stark aus“, erläutert Matthias Lieb die Zahlen im Detail: Positiv hebt sich der Landkreis Schwäbisch Hall mit einem Zuwachs von 6 Prozentpunkten hervor (jetzt mit 91,04% fast auf dem Bundesschnitt), gefolgt vom Main-Tauber-Kreis mit plus 5 Prozentpunkten auf jetzt 89,78%. Der Landkreis Sigmaringen bleibt immer noch Schlusslicht mit aktuell 82,09% Erschließung, ein Zuwachs von nur 1,61%-Punkten, weniger als die bundesweite Verbesserung, die bei 1,7%-Punkten lag. Unterdurchschnittlich war auch die Verbesserung im Landkreis Ravensburg mit 0,80%-Punkten. Mit einer Erschließung von nur 82,27% bleibt Ravensburg weiterhin auf dem zweitletzten Platz. Die Landkreise Biberach und Lörrach gehören ebenfalls zur Gruppe der 10 Landkreise mit der schlechtesten ÖPNV-Erreichbarkeit, bei denen die Verbesserung gegenüber 2018 am geringsten war. 

Politischer Wille verbessert Anbindung in manchen Landkreisen

„Die Ergebnisse zeigen die unterschiedlichen ÖPNV-Strategien der Landkreise – auch im ländlichen Raum sind Verbesserungen möglich, wenn der politische Wille dazu da ist“, konstatiert Matthias Lieb. Neben der räumlichen Erschließung sei auch die Dichte des Angebotes entscheidend. Hier seien zukünftig gerade im ländlichen Raum sog. On-Demand-Verkehre, die nur auf Anforderung durch die Fahrgäste unterwegs seien, ein wichtiger Schlüssel zur weiteren Verbesserung, so der VCD abschließend.

 

Landkreis Erreichbarkeitsindex – Schlusslichter

Kreis

2018*

2021*

Veränderung

Sigmaringen 

80,48% 

82,09% 

1,61% 

Ravensburg 

81,47% 

82,27% 

0,80% 

Freudenstadt 

84,10% 

86,62% 

2,52% 

Ortenau

84,11% 

86,65% 

2,54% 

Main-Tauber

84,41% 

89,78% 

5,37% 

Schwäbisch Hall 

84,70% 

91,04% 

6,34% 

Biberach 

86,47% 

88,10% 

1,63% 

Waldshut 

87,31% 

89,43% 

2,12% 

Hohenlohe

88,11% 

90,46% 

2,35% 

Lörrach 

90,05% 

91,41% 

1,36% 

Bundesdurchschnitt 

89,70% 

91,40% 

1,70%

Quelle: Allianz pro Schiene, Auswertung VCD

*Prozentsatz der Bevölkerung mit höchstens 600 m zu einer Bushaltestelle oder 1.200 m zu einem Bahnhaltepunkt mit mind. 20 täglichen Abfahrten

 

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