Baden-Württemberg

BW, Pressemitteilung, Schienenverkehr

VCD begrüßt konsequentes Handeln des Verkehrsministeriums – zuverlässiger und pünktlicher Regionalverkehr muss Standard sein

Pressemitteilung Nr. 33/16 - Stuttgart, 26. Oktober 2016:

Ein zuverlässiger und pünktlicher Regionalverkehr sollte selbstverständlich sein, und nicht erst unter Androhung von finanziellen Vertragsstrafen und „Nachsitzen“ bei den Verantwortlichen der Deutschen Bahn (DB) AG eingefordert werden müssen, begrüßt der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) das konsequente Handeln des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg.

Seit der Ablösung des großen Verkehrsvertrages zu Beginn dieses Monats sei eine massive Verschlechterung bei der Betriebsqualität im Regionalverkehr zu beobachten, stellt der VCD fest. Auch wenn objektiv betrachtet, Anlaufschwierigkeiten beim Wechsel des Vertrages und des Einsatzes anderer Zugeinheiten nicht auszuschließen seien, sei damit das derzeitige Ausmaß an Verspätungen und Zugausfällen im Regionalverkehr auf den Strecken rund um Stuttgart nicht plausibel zu erklären, betont VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Schließlich habe ja der Betreiber nicht gewechselt, sondern sei vorher und nachher auf allen Strecken unverändert DB Regio.

Die massiven Störungen, die auch in der dritten Woche ohne Anzeichen einer Besserung anhalten, verursachten bei den betroffenen Fahrgästen starken Frust und führen in Einzelfällen auch zu einer Abwendung vom Bahnverkehr, kritisiert der VCD.

„Gerade im Ballungsraum Stuttgart mit der hohen Luftbelastung insbesondere durch den Individualverkehr, wo zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel aufgerufen wird, ist eine solche Negativ-Entwicklung im Schienennahverkehr, wenn sie nicht in kürzester Zeit wieder ins Lot gebracht wird, fatal“, erklärt Matthias Lieb.

Positiv zu bewerten sei, dass angesichts des morgigen Starts der Feinstaubalarmphase inzwischen mehr Kapazitäten bei der S-Bahn Stuttgart wie auch im Stadtbahnverkehr im Vergleich zum letzten Jahr für die Pendler zur Verfügung stehen, erklärt der Verkehrsclub. Mit diesem deutlich attraktiveren Angebot können zumindest die motorisierten Einpendler aus den benachbarten Landkreisen rund um die Landeshauptstadt für einen Wechsel motiviert und für die Zukunft zum dauerhaften Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel überzeugt werden.

Dies alleine reiche aber nicht aus. Denn viele Berufstätige, die mit dem Auto täglich nach Stuttgart pendelten, kämen aus den weiter entfernten Kommunen außerhalb des S-Bahn-Einzugsbereiches. „Für diese Pendler könnte der Regionalverkehr auf der Schiene eine Alternative sein – doch angesichts der aktuellen Mängel kann man nur bedingt zum Umsteigen aufrufen“, beklagt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Ein absolutes Fiasko, stellt Lieb auch im Hinblick auf die schlechte Luftqualität in und um Stuttgart fest.

Die DB AG sei deshalb aus VCD-Sicht gut beraten, rasch die von den Kunden erwartete Qualität herzustellen und vertrauensbildende Maßnahmen zu ergreifen. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass trotz Feinstaubalarm nicht nur die Autopendler auf der Straße bleiben, sondern auch mancher Bahnfahrer lieber mit dem Auto fährt, befürchtet der VCD.   

zurück