Baden-Württemberg

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VCD: Debatte über den Erhalt der oberirdischen Gleise mit Gerichtsbeschluss nicht beendet

Pressemitteilung Nr. 16/18 - Stuttgart, 05.07.2018: Steigende Fahrgastzahlen erfordern leistungsfähige Eisenbahn-Infrastruktur

Mit der heutigen höchstrichterlichen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, dass die DB AG der Stuttgarter Netz AG kein Übernahmeangebot zum Fortbetrieb des Kopfbahnhofes nach Fertigstellung von Stuttgart 21 zu machen braucht, ist aus Sicht des ökologischen Verkehrsclubs VCD die Debatte um den Erhalt von Teilen des Kopfbahnhofs und seiner oberirdischen Zulaufstrecken nicht beendet.

„Luftreinhaltung und Klimaschutz erfordern eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen bei Bus und Bahn, schon heute kommt der Öffentliche Verkehr in der Hauptverkehrszeit an die Kapazitätsgrenze. Mit acht Durchgangsgleisen im Vergleich zu 16 Kopfbahnhofgleisen ist der im Bau befindliche S21-Tiefbahnhof für doppelt so viele Fahrgäste nicht ausgelegt. Deshalb sind Bahn und Politik gut beraten, jetzt nochmals über die zukünftigen Anforderungen an die Stuttgarter Eisenbahninfrastruktur nachzudenken“, erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Alle offiziellen Prognosen – zuletzt der Regionalverkehrsplan für die Region Stuttgart, konstatierten ein Verlagerungspotential durch Stuttgart 21 von gerade mal 0,5 Prozent aller Fahrten in der Region, so der VCD.
Aus Sicht des VCD ist aus Kapazitätsgründen deshalb ein Erhalt von Teilen des Kopfbahnhofes samt der Zulaufstrecken von Stuttgart-Bad Cannstatt, Stuttgart-Feuerbach und Stuttgart-Vaihingen (über die Panoramabahn) notwendig.

Die Aussage des Gerichts, dass nicht erkennbar sei, dass eine Kapazität der Strecke gemindert würde, sei aus VCD-Sicht fragwürdig: „Zwar hat die Stuttgarter Netz AG den Engpass Zuffenhausen nicht thematisiert, dennoch ist der Stuttgarter Hauptbahnhof zukünftig aus Richtung Norden nur noch mit einem Gleispaar gegenüber heute zwei Gleispaaren an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die flexible Nutzung zwischen beiden Gleispaaren – gerade im Störungsfall wichtig – entfällt zukünftig“, stellt Matthias Lieb fest.

Gerade auf dieser Achse gäbe es heute schon den größten Verkehrsstrom, so dass eine Erweiterung der Zahl der Zulaufgleise zur Trennung von Fern- und Regionalverkehr an dieser Stelle unausweichlich sei, so Lieb.   

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