Baden-Württemberg

Fußverkehr, Verkehrspolitik, Pressemitteilung

VCD fordert ausreichend breite Fußwege

Bei den aktuellen Bebauungsplänen „Riedwiesen IV“ und „Schießstattäcker“ in Markdorf wurden die neuen Fußwege zu schmal geplant.

Anlässlich der aktuellen Verkehrsplanungen in neuen Gewerbegebieten der Stadt Markdorf fordert die Kreisgruppe Bodensee des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Fußwege an Straßen grundsätzlich in einer ausreichenden Breite von mindestens 2,5 Metern zu bauen. Schließlich hat der Bau von Straßen und Gehwegen über Jahrzehnte Bestand.

Die Mindestbreite von 2,5 Metern wurde vor über 10 Jahren in den „Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen“ (RASt 06) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrs¬wesen (FGSV) festgelegt. Diese Richtlinie wurde 2016 vom Land Baden-Württemberg eingeführt und gilt als „Stand der Technik“ für Stadtstraßen.Die Breite von 2,5 Metern ist notwendig, um die ungehinderte und gefahrlose Begegnung von Fußgängern mit Rollator, Kinderwagen, Regenschirm oder Rollstuhl zu ermöglichen. Darin ist auch der erforderliche Sicherheitsabstand zur Fahrbahn enthalten, denn niemand will direkt am Bordstein entlang gehen.

„In den Innenstädten ist es oft schwierig, nachträglich die vorhandenen schmalen Gehwege zu verbreitern“, erläutert Frieder Staerke vom VCD. „Umso wichtiger ist es, beim Bau neuer Fußwege auf die erforderliche Mindestbreite zu achten.“ Dies ist auch ein wichtiger Beitrag zur Schaffung barrierefreier Ortschaften und Innenstädte, was zugleich allen Bürgern zu Gute kommt. „Wenn man zu zweit entspannt nebeneinander gehen und sich dabei unterhalten kann, macht das den Fußverkehr deutlich angenehmer und attraktiver“, ergänzt Staerke.

Leider plant die Stadt sogar neue Fußwege mit nur 1,5 Meter Breite, ohne dass dafür zwingende Gründe vorliegen. Bernd Caesar vom VCD meint dazu: „Wenn selbst auf wichtigen Fußwegverbindungen vom Markdorfer Bahnhof zu den Gewerbegebieten so schmale Fußwege geplant werden, darf man sich nicht wundern, wenn sich Pendler für das Auto entscheiden und der Kfz-Verkehr zunimmt. Die niedrigen Fußgängerzahlen dienen dann wiederum als Rechtfertigung für schmale Fußwege. Die Zeiten, in denen nur nach dem autogerechten Straßenbau geschaut wurde, sollten auch in Markdorf vorbei sein. Fußgänger haben ein Recht auf attraktive Gehwege.“

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