Baden-Württemberg

Pressemitteilung, Verkehrspolitik, Radverkehr

VCD für Einbahnstraßenregelung in Mühlacker Bahnhofstraße - Zwei-Richtungs-Regelung für Bus und Radverkehr notwendig

VCD-Medien-Information - Mühlacker, 8. August 2017:

Zustimmung zu einer Einbahnstraßen-Regelung für die Mühlacker Bahnhofstraße signalisiert der Kreisverband Pforzheim/Enzkreis des ökologischen Verkehrsclubs VCD. „Allerdings muss der Bus- und Radverkehr weiterhin in beiden Richtungen durch die Bahnhofstraße geführt werden“, fordert VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb aus Mühlacker.

Diese „Kombi-Lösung“ wurde schon vor 15 Jahren vom Planungsbüro Kölz, das im Auftrag der Stadt eine Untersuchung zur „Verkehrsberuhigung Innenstadt“ vorgelegt hatte, empfohlen.

Prof. Dipl.-Ing. Kölz schlussfolgerte damals: „Sollte die Einbahnregelung ... favorisiert werden, ist der Vorschlag einer kombinierten ‚Rad-/Busspur‘ gegen die Fahrtrichtung des KFZ-Verkehrs zu präferieren, da dann sämtliche Verkehrsarten (MIV, ÖV, Fuß, Rad) und die städtebauliche ‚Aufenthaltsqualität‘ in ausgewogenem Maße Berücksichtigung finden würden“.

Leider habe der Gemeinderat damals beschlossen, die Entlastungsstraße V7 zwar zu bauen, aber – entgegen der Empfehlung des Gutachters - auf verkehrslenkende Maßnahmen in der Bahnhofstraße weitgehend zu verzichten, was der Grund für die seit Jahren anhaltenden Verkehrsprobleme in der Innenstadt sei, stellt der VCD fest.

Dass in Mühlacker die Belastung durch den motorisierten Individualverkehr zu hoch sei, zeige sich nicht nur in der Bahnhofstraße, sondern auch bei den seit Jahren anhaltenden Überschreitungen der Luftschadstoffgrenzwerte in der Stuttgarter Straße, so der VCD. Deshalb könne nur ein Ansatz, der in der Gesamtstadt zu einer Stärkung des Radverkehrs und ÖPNVs führe, erfolgreich sein. Deshalb müsse die Verkehrsentlastung in der Bahnhofstraße einhergehen mit einer Aufwertung des Radverkehrs und dürfe keine Schwächung des Busverkehrs akzeptiert werden.

„Mühlacker benötigt ein Gesamtkonzept für nachhaltige Mobilität, das zu einem ausgewogenerem Mix der Verkehrsträger führt – statt einer Dominanz des PKW-Verkehrs mit den entsprechend negativen Folgen wie Stau und Luftverschmutzung würde mehr Radverkehr und eine stärkere Nutzung des Bussystems der Stadt gut tun“, erklärt Matthias Lieb.

Für die Umsetzung eines solchen Konzeptes könnte die Stadt möglicherweise sogar auf Mittel aus dem neuen Mobilitätsfonds, der beim Diesel-Gipfel für von Luftschadstoffen betroffene Städte vereinbart wurde, zurückgreifen – dazu müsste aber die Stadt aktiv werden und dies beim Verkehrsministerium beantragen, so der VCD.

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