Baden-Württemberg

Verkehrsverbünde und ÖPNV, Verkehrspolitik, Infrastruktur

VCD-Landesvorsitzender informiert sich über ÖPNV in Mühlacker

VCD-Medien-Information - Mühlacker, 4. Januar 2018: Dichter Takt, Barrierefreiheit und einfache Tarife realisiert

 

 

Über den Busverkehr in Mühlacker informierte sich der Landesvorsitzende Matthias Lieb des ökologischen Verkehrsclubs VCD. „Erfreulich ist der dichte Taktfahrplan, montags bis samstags mindestens im 15-Minuten-Takt, am Wochenende im 20-Minuten-Takt sowie die konsequente Umsetzung der Barrierefreiheit in den Bussen und Haltestellen. Am Fahrkartenautomaten kann mit Bargeld oder Karte einfach eine Fahrkarte gelöst werden – die 24-Stunden-Karte für das Stadtnetz kostet den doppelten Preis einer Einzelfahrt“, erklärt beeindruckt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. Kein Wunder, dass in einer aktuellen Lebensqualitätsstudie der Ort weltweit an zweiter Stelle nach Wien eingestuft worden sei, so der VCD.

Dies alles sei in Mühlacker auf der Buslinie 61 realisiert – allerdings im Ortsteil Mühlacker von Zürich (Schweiz) und nicht im Mittelzentrum Mühlacker des Enzkreises, muss Lieb bedauernd eingestehen. In Mühlacker (Enzkreis) hingegen würde im Stadtgebiet bislang nur eine barrierefrei ausgebaute Haltestelle zur Verfügung stehen und kämen im Regionalverkehr immer noch sog. Hochflurbusse zum Einsatz – ein Umsetzungsplan zur Realisierung der Barrierefreiheit im Stadtgebiet bis 2022 – wie gesetzlich vorgeschrieben – existiere nicht, beklagt Lieb.

Im Vergleich zwischen dem ÖPNV in der Schweiz und dem deutschen Bus- und Bahnangebot falle das signifikant höhere Qualitätsniveau auf – entsprechend sei auch die Inanspruchnahme des ÖPNVs in der Schweiz in allen Gesellschaftsschichten weit verbreitet, während gerade im VPE die Mehrzahl der Fahrgäste aus Schülern und Studenten bestehe, „normale“ Bürger aber das ÖPNV-Angebot aufgrund von Angebots- und Qualitätsdefiziten und komplizierter Tarife eher nicht nutzen würden, stellt Matthias Lieb fest. Diese geringe Nutzung des ÖPNVs habe dann aber konkrete Folgen für die Luftqualität, da die im Bus fehlenden Fahrgäste mit ihrem PKW Schadstoffe in die Luft pusteten, so Lieb. Wolle die Politik eine Änderung herbeiführen und die Lebensqualität in den Städten erhöhen, müsse eine Qualitätsoffensive beim ÖPNV umgesetzt werden, fordert Lieb.

https://www.nzz.ch/panorama/hohe-lebensqualitaet-in-schweizer-staedten-nur-wien-schlaegt-zuerich-abermals-ld.151151

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