Baden-Württemberg

Pressemitteilung, Verkehrspolitik, Infrastruktur

VCD nennt Seilbahn "überzogene" Idee

Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßt Vorschlag von OB Rupert Kubon zur Stärkung des ÖPNV zwischen Villingen und Schwenningen – vernetztes Angebot aus Bus und Bahn muss jedoch Vorrang haben

Soll Villingen und Schwenningen mit einer Seilbahn verbunden werden? - Mit diesem Aufsehen erregenden und zuletzt oft diskutierten Vorschlag von OB Rupert Kubon befasste sich auch die Kreisgruppe Schwarzwald-Baar-Rottweil des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in ihrer letzten Sitzung in Schwenningen am 1. Februar.

„Wir freuen uns, dass OB Rupert Kubon die Verbindung zwischen Villingen und Schwenningen mit öffentlichen Verkehrsmitteln stärken möchte. Doch die Idee, Villingen und Schwenningen mittels einer Seilbahn, also einem völlig neuen Punkt-zu-Punkt-Verkehrsmittel, zu verbinden, halten wir für völlig überzogen, sowohl von der Kosten- als auch von der Nachfrageseite her“, so Ekkehard Hausen, der Sprecher der Kreisgruppe. „Seilbahnen sind nur als Punkt-zu-Punkt-Verbindungen geeignet. Wollen die Fahrgäste aber noch etwas weiter fahren, sind sie an den Endpunkten der Seilbahn gezwungen, noch einmal umzusteigen.“ Weiter verweist der VCD darauf, dass eine Seilbahn, um überhaupt von der Bevölkerung akzeptiert zu werden, in den Verkehrsverbund VSB mit ihren Verbundtarifen integriert werden müsste. Hierfür müssten im Vorfeld konkrete Einnahmeprognosen erstellt werden, um die Wirtschaftlichkeit abschätzen zu können.

„Wir sind dagegen, unnötiges Geld in die Vorplanung solcher unrealistischer Projekte zu stecken“, meint Hermann Krafft, Vorstandsmitglied des VCD-Südbaden. „Stattdessen sollte die Elektrifizierung der Bahnstrecke Villingen – Rottweil forciert werden. Damit würde ein stadtbahnähnlicher Zugverkehr mit mehreren Haltestellen von Rottweil über Schwenningen und Villingen bis Donaueschingen und sogar St. Georgen möglich. In der Kombination mit flächendeckenden Buslinien wäre so eine vernetzte Erschließung der gesamten Stadt möglich.“

Die VCD-Kreisgruppe fordert abschließend: „Nicht in unerreichbaren Visionen schweben und Geld für ein einzelnes Prestigeprojekt ausgeben, sondern rasch eine Bus- und Bahn-Offensive umsetzen, von der die gesamte Bevölkerung profitiert!“

Die Pressemitteilung wurde am Donnerstag, 8. Februar 2018, ebenfalls in der Südwestpresse veröffentlicht. Zudem erschien am Freitag, 9. Februar 2018, ein Artikel im Schwarzwälder Boten.

zurück