Baden-Württemberg

Infrastruktur, Pressemitteilung, Verkehrspolitik

VCD: Pforzheimer Brötchentaste schlechter Aprilscherz

Presseinformation - Mühlacker, 1. April 2018: Attraktive Innenstadt nur durch weniger Autoverkehr zu erreichen

„Die Einführung des kostenlosen Parkens in der Pforzheimer Innenstadt („Brötchentaste“) ab dem 3. April ist ein schlechter Aprilscherz“, erklärt Matthias Lieb, Landesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Während weltweit Städte zur Attraktivierung der Innenstädte die Alternativen zum motorisierten Straßenverkehr stärken, den Radverkehr und den ÖPNV ausbauen würden, sei Pforzheim gerade in der Gegenrichtung unterwegs – der Ausbau des Radverkehrsnetzes sei gestoppt, die Fahrpreise im ÖPNV überproportional erhöht worden, gleichzeitig werde die Fahrt mit dem Auto in die Innenstadt verbilligt, kritisiert der VCD die „Pforzheimer Verkehrtpolitik“.

Der VCD erinnert daran, dass der Gemeinderat der Stadt Pforzheim im Jahr 2009 einen Verkehrsentwicklungsplan (VEP) verabschiedet hatte, der eine Stärkung des Umweltverbundes aus ÖPNV und Radverkehr vorgesehen hatte, damals wurde dies von der Verwaltungsspitze als „Meilenstein“ und „historischer Moment“ bezeichnet.

Tatsächlich stehen die Entscheidungen der letzten Zeit aber im völligen Gegensatz zum VEP, der  postulierte, dass „der Verkehr stadt- und umweltverträglich abzuwickeln und aus diesem Grund die Nutzung der Verkehrsmittel des Umweltverbundes zu fördern“ sei, stellt der VCD fest.

Die jetzige „Verkehrtpolitik“ der Stadt Pforzheim lasse erwarten, dass der Autoverkehr in der Stadt so weit ansteige, dass die Schadstoffgrenzwerte für Feinstaub und Stickoxid überschritten würden – vielleicht sei das ja sogar das Ziel der „Verkehrtpolitik“ unkt Lieb, denn erst mit der Überschreitung der Grenzwerte hätte die klamme Stadt Pforzheim die Chancen auf Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Saubere Luft 2017-2020“ für die Förderung des ÖPNVs und des Radverkehrs.

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