Baden-Württemberg

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VCD: Zusätzliche S-Bahn-Linie nach Stuttgart-Vaihingen notwendig

Pressemitteilung Nr. 14/18 - Stuttgart, 05.06.2018: Barrierefreiheit durch Vereinheitlichung der Bahnsteighöhen umsetzen

Anlässlich der morgigen Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart (VRS) begrüßt der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) die Planungen von DB Regio und VRS, zusätzliche S-Bahnkapazitäten in der Hauptverkehrszeit realisieren zu wollen.

„Die Analyse der zeitlichen Verteilung der Fahrgastnachfrage zeigt, dass gerade die Durchmesserlinien S1 bis S3 sehr stark nachgefragt sind. So treten auf dem Abschnitt von Esslingen nach Stuttgart Belastungen von bis zu 140 Prozent auf. Und während die sechs S-Bahn-Linien zwischen Stadtmitte und Schwabstraße nur zur Hälfte voll sind, sind die drei Linien zwischen Schwabstraße und Vaihingen annähernd ausgelastet“, stellt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb fest.

Fahrgäste der Linien S4 bis S6, die weiter Richtung Universität und Vaihingen/ Flughafen wollen, steigen zumeist am Hauptbahnhof um. Daher könnte eine Verlängerung einer der Linien S4 bis S6 die Zahl der Umsteiger und damit die Aufenthaltsdauer der S-Bahnen reduzieren. Dies sei ein wichtiger Beitrag für mehr Pünktlichkeit im S-Bahnverkehr, zugleich stiegen damit der Komfort und die Qualität für die Fahrgäste, erklärt Matthias Lieb. Die Planungen hierfür sollten allerdings zügig vorangetrieben und nicht erst auf die Zeit nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 ausgerichtet werden.

Dringend überarbeitungsbedürftig ist aus VCD-Sicht auch die Konzeption für die barrierefreie S-Bahn. 40 Jahre nach Einführung der S-Bahn ist der Ein- und Ausstieg an vielen S-Bahn-Haltepunkten noch immer nicht realisiert. Dabei fehle es nicht an dem Willen, sondern technische Restriktionen behindern die Umsetzung einer 96cm-Bahnhsteighöhe an vielen Stationen.

Andere Aufgabenträger haben die Probleme frühzeitig erkannt und deshalb entschieden, den Sonderweg von 96cm hohen Bahnsteigen und Fußbodenhöhen in den Zügen zu verlassen. So funktioniere die S-Bahn Rhein-Neckar mit 76cm ideal zum übrigen Regional- und Fernverkehr. Auch im Ruhrgebiet wird das S-Bahn-Netz auf 76cm umgerüstet.

Der VRS sollte deshalb ebenfalls zur Herstellung der Barrierefreiheit auf das 76cm-System überwechseln, um damit auch in der Region zu einer einheitlichen Bahnsteighöhe für den Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr zu gelangen, fordert Matthias Lieb.

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