Baden-Württemberg

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VCD fordert Stadt und S21-Partner auf Gäubahn bis zum Hauptbahnhof ohne Unterbrechung zu ermöglichen

Anlasslächlich der Vorstellung der Ergebnisse einer Sitzung im Regionalberkehrsausschusses

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert die Stadt Stuttgart und S21-Projektpartner auf, die Anbindung der Gäubahn an den Hauptbahnhof ohne Unterbrechung zu ermöglichen. Nach der Mitte 2025 geplanten Kappung im Bereich des Nordbahnhofs würden Züge schon in Stuttgart-Vaihingen enden, was häufig zusätzliche Umstiege auf S-Bahn oder Stadtbahn verursachen würde. Dies hält der VCD für nicht akzeptabel.

 

Gäubahn Bahnhof VCD
Quelle: VCD BW

In der Sitzung des Verkehrsausschusses des Verbands Region Stuttgart am 24. Januar wurde die mangelhafte Betriebsqualität im Fernverkehr in Richtung Singen/Zürich und der RB-Linie nach Freudenstadt festgestellt. Weiter soll nach den Plänen die interimsweise geplante stündliche direkte Anbindung zwischen Horb und der Stuttgarter Innenstadt sonntags und nach 20 Uhr nicht fahren, weil diese mit dem Zwischentakt der S-Bahn-Linie S1 verknüpft sei. Der ursprünglich anvisierte bahnsteiggleiche Umstieg in Stuttgart-Vaihingen solle nun nicht realisiert werden bei Verzicht auf die Möglichkeit, per Überleitung im Gäubahnabschnitt Dachswald An- und Abfahrtsgleise zu wechseln. Damit entstünde auf ca. 2,5 km Gegenverkehr, was Einschränkungen bei der Fahrplanerstellung und Verspätungsübertragungen mit sich brächte.
„Die Ersatzkonzepte für die über viele Jahre fehlende Anbindung der Gäubahn an den Stuttgarter Hauptbahnhof stellen sich als immer unzulänglicher heraus, was einen herben Schlag für die Fahrgäste zwischen Stuttgart und dem Bodensee und vermehrte Autofahrten bedeutet“, so Gero Treuner vom Vorstand des VCD in Baden-Württemberg.

Der VCD appelliert an die Stadt Stuttgart und die anderen S21-Projektpartner, einen vorübergehenden Erhalt der oberirdischen Anbindung zum bestehenden Hauptbahnhof nicht weiter zu verweigern und diesen im allgemeinen öffentlichen Interesse in die Entwicklung des neuen Rosensteinviertels einzubeziehen. Die Unterbrechung ist baulich nicht notwendig und der Betrieb kann zu vertretbaren Kosten zunächst im Stichstreckenblock mit stündlichem Verkehr fortgeführt werden. Der Nordhalt würde hinsichtlich zusätzlichen Umstiegen kaum etwas verbessern und steht erst am Anfang der Planung. Mit der im Zuge dieser Sanierung der Panoramabahn erneuerten Leit- und Sicherungstechnik ließe sich die Bedienungsfrequenz auch bis zum Hauptbahnhof wieder steigern.

„Das Mindeste, was wir von der DB erwarten, ist die Kapazitäten im Bahnhof Stuttgart-Vaihingen per Überleitung Dachswald zu erweitern und ein Konzept für die S-Bahn nach Horb ganztags und sonntags zu erarbeiten“, ergänzt VCD-Landesvorsitzende Marlis Heck. Andere in der Fahrplanrobustheitsprüfung vorgestellte Verbesserungen sollen umgesetzt werden. Weil das einige Jahre in Anspruch nehmen wird, müssen sofort die Weichen gestellt werden, die Gäubahn für die Übergangszeit weiterhin oberirdisch bis zum Hauptbahnhof zu führen, fordert der VCD.

 

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