Verkehrsverbünde und ÖPNV
Pforzheim/Enz
Im Rahmen des Beteiligungsverfahrens hat der VCD eine umfangreiche Stellungnahme zum mit 5 Jahren Verspätung vorliegenden Nahverkehrsplan abgegeben.
Der aktuell gültige gemeinsame Nahverkehrsplan für den Enzkreis und die Stadt Pforzheim stammt aus dem Jahr 2011, gesetzlich geregelt ist eine Aktualisierung alle fünf Jahre. Erst jetzt steht eine Aktualisierung zur Beschlussfassung an, fünf Jahre verspätet!
Der VCD Pforzheim/Enzkreis e.V. hat im Rahmen des Beteiligungsverfahrens eine umfangreiche Stellungnahme abgegeben.
VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb stellt fest: "In diesem Nahverkehrsplan sind sehr viele gute Maßnahmen vorgeschlagen, dennoch ist das Planwerk widersprüchlich in sich. Für eine Beurteilung der heutigen ÖV-Nutzung fehlen wesentliche Angaben über den Modal-Split und die Verkehrsmengen auf den relevanten Achsen. Die Pendlerzahlen sind nur teilweise erfasst. Die Verkehrsplanung erfolgt derzeit mangels Daten weitgehend im 'Blindflug'. Die Ausführungen zur Umsetzung der Barrierefreiheit genügen nicht den gesetzlichen Mindestanforderungen."
Zur erfolgreichen Umsetzung der Maßnahmen und Rückspiegelung der Fahrgastmeinung fordert der VCD die Einrichtung eines Fahrgastbeirates bei den Aufgabenträgern. Derzeit gibt es nur beim Stadtbusverkehr Pforzheim einen Fahrgastbeirat, nicht aber bei den Aufgabenträgern, die jedoch die Ausgestaltung des ÖPNV-Angebotes festlegen würden, beklagt der VCD. Außerdem sei für Fahrplanentwürfe eine Fahrgastbeteiligung einzuführen.
Positiv sei der angestrebte Enzkreis-Takt im 15-/20-Minuten-Takt. Doch dieser dürfe nicht nur bis zur ersten Enzkreis-Gemeinde nach dem Oberzentrum Pforzheim gelten, sondern müsse weiter in den Kreis gezogen werden, betont der VCD. Ebenso gelte dies beim vorgesehenen 10-Minuten-Takt im Stadtgebiet Pforzheim: "Die Einführung des 10-Minuten-Taktes ist positiv, doch die gleichzeitig vorgesehene Ausdünnung auf den Außenästen ist kontraproduktiv", erklärt Matthias Lieb.
Aufgrund der derzeitigen Unzulänglichkeiten bei den beiden Aufgabenträgern und der fehlenden verkehrlichen Abgrenzbarkeit des VPE-Verkehrsgebietes ist aus VCD-Sicht der VPE in einen größeren Mobilitätsverbund mit den Nachbarverbünden zu überführen; die eigenständige Fortentwicklung des VPE zu einem Mobilitätsverbund ist aus Sicht des VCD eine vermeidbare Fehlentwicklung.