Baden-Württemberg

Breisach-Donauschingen

Bus und Bahn statt B31!

Der ökologische Verkehrsclub VCD Südbaden lehnt – genau wie die anderen Umweltverbände der Region – den weiteren Ausbau der B31 durch einen Autobahntunnel in Freiburg, einen Tunnel am Falkensteig, Erweiterungsspuren, Rastanlagen und zusätzlichen Autobrücken im Schwarzwald ab.

Der großzügige Ausbau von Straßen stellt keine nachhaltige Lösung der vom Autoverkehr verursachten Probleme dar. Durch ein abgestimmtes Maßnahmenkonzept könnten die Straßenanlieger und die ganze Region bereits kurzfristig deutlich von den Folgen des Autoverkehrs entlastet werden. Dazu bräuchte es nur den politischen Willen und eine Zusammenarbeit der umliegenden Gemeinden.

Die Region braucht ein umfassendes Konzept zu Reduzierung des PKW- und LKW-Verkehrs!

B31 West

Mit dem Bau der B31West zwischen Breisach und Freiburg soll der überregionalen Kraftverkehr beschleunigt werden - doch die Bewohner*innen und die Umwelt werden im Rückspiegel zurückgelassen.

Mehr als 1200 Menschen allein in Gottenheim würden durch die neue Straße gesundheitsgefährenden Lärmpegeln ausgesetzt werden. Das Wasenweiler Ried, das größte Niedermoor in der Region, würde als Kohlenstoffspeicher zerstört werden. Landwirtschaft und Naherholung würden unter der Landschaftszerschneidung und der Verkehrsbelastung leiden.

Wir unterstützen die Forderungen der Bürgerinitiative B31West Nein Danke und stellen uns gegen den Bau der B31West!

Stadttunnel Freiburg

Mit dem Bau des Stadttunnels verspricht Freiburg sich einen "Dreisamboulevard" von etwa 800m Länge. Doch zu welchem Preis? Drei Millionen zusätzliche gefahrene Autokilometer jährlich würden die Region belasten. Der Tunnelbau würde rund 321.000 Tonnen CO2 ausstoßen. Während der Bauzeit von mindestens 8 Jahren müssten die Anwohner*innen der Wiehre den Umleitverkehr ertragen.

Und trotzdem: Keine Entlastung - weder für die Stadt noch für die Region! Mit einem Autobahn-Vollanschluss an der Ganterbrauerei würde der Stadtverkehr direkt von der Autobahn gespeist werden. Durch die Direktverbindung vom Autobahnkreuz nach Kirchzarten würde der Schwarzwald vom Verkehr überrollt werden.

Wir sagen: Die Situation in Freiburg kann nicht isoliert betrachtet werden, sondern die Auswirkungen auf die gesamte Region müssen mit ins Auge gefasst werden. Wir unterstützen die Forderungen der Initiative Statt-Tunnel. Freiburg braucht keinen Autobahntunnel. Freiburg braucht die Verkehrswende!

Unser Vortrag zum Stadttunnel

Holzwerk in Rötenbach

Südlich der B31, in der Gemeinde Friedenweiler, will die Firma ante Rötenbach GmbH & Co. KG das 2013 stillgelegte Holzwerk ausbauen. Geplant ist eine Erweiterung von 15 ha Betriebsfläche auf 48 ha und eine Produktionserweiterung von 500.000 - 750.000 Festmeter Jahreseinschnitt.

Neben der zusätzlichen Versiegelung für die Gewerbefläche und den wahrscheinlichen negativen Auswirkungen auf die gewachsene heimische Wirtschaftsstruktur der holzverarbeitenden Betriebe ist der zusätzliche Personen- und Lastverkehr ein Problem für die ganze Region.

Die Produktionserweiterung führt zu einem höheren Transport- und Zulieferverkehr sowie Versorgungsverkehr für das Holzwerk an sich. Die BUND Ortsgruppe Hochschwarzwald hat errechnen lassen, dass nach aktuellen Plänen täglich etwa 500 weitere Fahrten entstehen - die Hälfte davon Schwerlastverkehr.

Für die Region bedeutet das: Der Schwarzwald wird noch mehr verlärmt, die Straßen werden unsicherer und verschleißen schneller, und wir atmen noch mehr Abgase ein. Deshalb unterstützen wir die Forderungen vom BUND Südlicher Oberrhein!

Zweite Gauchachtalbrücke

Zwischen den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Schwarzwald-Baar steht die Gauchachtalbrücke, die in den frühen Zweitausendern fertiggestellt wurde. Ohne dass eine verkehrliche Notwendigkeit besteht soll nun eine zweite, baugleiche Brücke daneben platziert werden. Mit Kosten von mindestens 70 Millionen Euro und einem Ausstoß von mindestens 5.000 Tonnen CO2 wäre dies eine Belastung für die Gesellschaft und für die Umwelt, die wir nicht hinnehmen können.

Deshalb haben wir im Herbst 2022 Klage gegen die Plangenehmigung erhoben - mit Erfolg! Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Mannheim hat unserem Eilantrag zur Klage stattgegeben und bis auf Weiteres einen Baustopp verhängt.

In einem wichtigen Punkt folgt der VGH unserer Argumentation: Erstmals müssen in der Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichtend die Auswirkungen auf den Klimaschutz sowohl beim Bau als auch im Betrieb des Vorhabens berücksichtigt werden. Das Klimaschutzgesetz ist damit offiziell in den alltäglichen Praktiken der Straßenplaner angekommen. Damit haben wir einen weiteren Präzendenzfall geschaffen, auf den sich deutschlandweit Verbände berufen können.

Link zu unserer Pressemitteilung.

Unsere Vorschläge

Eine sozial-ökologische Verkehrwende in der Region muss ein Zusammenspiel von vielen Maßnahmen sein. Nach dem Leitbild “Vermeiden, Verlagern, Verbessern” zählen wir hier einige davon auf.

Nahversorgung stärken

Jedes Dorf und jede Stadt sollte ihren Einwohnern die Möglichkeit bieten, in fußläufiger und barrierefreier Umgebung Lebensmittel, Ärzte und Schulen zu erreichen. Mit einer starken, wohnortnahen Nahversorgung könnten viele Wege des alltäglichen Bedarfs verkürzt werden. So können die Gemeinden ihren Einwohnern – gerade im Alter – ein selbstständiges und würdevolles Leben bieten.

Eine verlässliche Breisgau S-Bahn

Als Rückgrat einer mobilen Gesellschaft brauchen wir eine Bahn, die flexibel, günstig und vor allem zuverlässig ist. Für den Raum Breisach-Donaueschingen fordern wir deshalb:

  • Ausreichend Fahrzeugmaterial, um Ausfälle bei Wartungsarbeiten komplett zu vermeiden.
  • Die technischen Mängel an den vorhandenen Zügen, z.B. nicht mehr schließende Türen, müssen schnellstmöglich behoben werden.
  • Der Bahnhof Rötenbach muss für Zugkreuzungen ausgebaut werden.
  • Hausen vor Wald braucht einen Haltepunkt.
  • Barrierefreie Erreichbarkeit von Bahnhöfen und ein barrierefreier Einstieg.
  • Ein Halbstundentakt zwischen Neustadt und Donaueschingen
  • Den Bau von ausreichend Überholungsweichen für den Betrieb von Shuttlezügen.
  • Faire Löhne für Bahnangestellte

Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit vom Land, den Landkreisen, den Verkehrsverbünden und den Verkehrsunternehmen.

Transit-Verbot für schwere LKW

Die Anrainer der B31 könnten durch ein Transit-Verbot für schwere LKW von dem überregionalen Verkehr entlastet werden. Die regionale Wirtschaft wäre davon unberührt, denn Quell- und Zielverkehre innerhalb der Region wären davon nicht betroffen. Ein weiterer Vorteil wäre, dass das Straßenmaterial der B31 weniger von Schwerlastverkehr abgenutzt werden würde und damit die Wartungskosten sinken würden.

Lärmschutz entlang der B31

Um die verbleibende Lärmbelästigung durch die B31 abzumildern, müssen die Ortschaften durch lärmreduzierende Maßnahmen geschützt werden. Einige Beispiele:

  • Friedenweiler: Lärmschutzdämme
  • Unadingen: Lärmschutzwände und verbesserte Dehnungsfugen bei der Gauchachtalbrücke

Haben wir dein Interesse geweckt? Dann nimm gerne mit uns Kontakt auf und unterstütze uns mit deiner Mitgliedschaft im VCD!

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