Südbaden, Verkehrspolitik
Freiburg

Verkehrskonzept Haslach: Stadtverwaltung kneift beim Durchgangsverkehr – VCD fordert mutigere Schritte

Nach jahrelanger Bürgerbeteiligung – und dann das? Die Stadt Freiburg will im Stadtteil Haslach trotz eindeutiger Problemlage keine verkehrslenkenden Maßnahmen gegen den massiven Durchgangsverkehr ergreifen. Der VCD Freiburg kritisiert die Vorlage der Stadtverwaltung deutlich: Statt wirksamer Lösungen gegen illegale Autofahrten gibt es ein paar neue Bäume und weniger Parkplätze.

Nach einem jahrelangen Beteiligungsprozess mit intensiver Bürgerbeteiligung, fundierter fachlicher Begleitung und zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen legt die Stadtverwaltung dem Mobilitätsausschuss nun ihre Vorlage zur Verkehrsberuhigung im Stadtteil Haslach vor. Doch das Ergebnis enttäuscht: Die dringend nötige verkehrslenkende Maßnahme zur Reduktion des massiven Durchgangsverkehrs auf der Carl-Kistner-Straße – einer Straße, die als „Anlieger frei“ ausgewiesen ist – bleibt aus. Der VCD Freiburg kritisiert diesen Vorschlag deutlich.

Problem bekannt – Lösung ignoriert

Rund zwei Drittel des Verkehrs auf dem als Anlieger-frei ausgewiesenen Teil der Carl-Kistner-Straße ist Durchgangsverkehr – also Verkehr, der dort nichts zu suchen hat. Trotzdem schlägt die Verwaltung keine Maßnahme vor, die dieses Problem ernsthaft angeht. Stattdessen soll durch etwas mehr Grün und weniger Parkplätze lediglich das Straßenbild aufgewertet werden. „Das ist Kosmetik statt Verkehrswende“, sagt Fabian Kern vom VCD Freiburg. „Der illegale Durchgangsverkehr bleibt bestehen – und mit ihm Lärm, Luftverschmutzung und eine große Gefährdung für zu Fuß Gehende und Radfahrende.“

Verständnis für Kritik – aber kein Freibrief für Untätigkeit

Die Stadtverwaltung verweist in ihrer Vorlage auf Kritik insbesondere aus dem Stadtteil Weingarten zur geplanten Sperrung der Opfinger Brücke. Diese Kritik ist sehr laut. Aber: Das Problem in Haslach lässt sich auch anders lösen. Das beauftragte Planungsbüro ARGUS hat mit dem Vorschlag „1c – Teilung der Hauptfahrbeziehungen in Süd-West und Nord-Ost“ eine weniger radikale Maßnahme entwickelt. Sie würde den Unfallschwerpunkt in der südlichen Markgrafenstraße und der Carl-Kistner Straße entschärfen, den Durchgangsverkehr effektiv unterbinden – ohne die Kfz-Erreichbarkeit im Stadtteil einzuschränken.

VCD fordert Umsetzung verkehrslenkender Maßnahmen

Der VCD Freiburg fordert die Stadtverwaltung und den Gemeinderat auf, den Mut zu haben, die eigentlichen Ursachen der Verkehrsbelastung in Haslach anzugehen. „Wenn nach einem langen Beteiligungsprozess am Ende nur Maßnahmen stehen bleiben die das Problem des illegalen Durchgangsverkehrs nicht angeht, stellt sich die Frage, wozu dieser Prozess überhaupt geführt wurde“, so Kern weiter. Der VCD fordert eine wirksame verkehrslenkende Maßnahmen an der Kreuzung Markgrafenstraße / Carl-Kistner-Straße / Opfinger Straße / Uffhauser Straße, wie sie zum Beispiel im Vorschlag 1c von ARGUS enthalten sind.

Verkehrswende beginnt mit klaren Entscheidungen

Haslach ist ein wachsender Stadtteil mit großen Herausforderungen. Die Anpassung an den Klimawandel, die Förderung aktiver Mobilität und die Verbesserung der Lebensqualität vor Ort erfordern entschlossenes Handeln. Halbherzige Maßnahmen reichen nicht aus. Der VCD wird sich weiterhin für eine mutige, sozial gerechte und klimaverträgliche Verkehrspolitik in Freiburg einsetzen – und erwartet dies auch von den gewählten Politikerinnen und Politikern im Freiburger Gemeinderat.

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