Heidenheim
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Pressemitteilung des VCD zu den Betonblöcken in der Innenstadt

Pressemeldung
 

"Heidenheim setzt neue Maßstäbe für eine fußgänger- und fahrradfreundliche Innenstadt" - diese Schlagzeile wäre doch für alle Menschen in Heidenheim wünschenswert!
Der VCD sieht, dass zwar etwas für die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer getan werde, sieht aber hier das falsche Mittel gewählt: ,,Betonblöcke bringen Baustellenflair in die Innenstadt, schrecken Kunden und Besucher ab, behindern die Menschen in dem ohnehin von mehrspurigen Durchfahrtstraßen durchschnittenen Zentrum noch stärker als schon bisher."
 

Die Analyse des ökologischen Verkehrsclubs: Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, sie sind am wenigsten eine Gefahr für andere. Und jetzt werden sie am meisten eingeschränkt! Wir sollten in Heidenheim zu einer anderen Verkehrspolitik kommen und Fußgängern und Radfahrern mehr Freiraum einräumen: Verkehrsgefahren, Lärm und Abgase vermeiden! Das Fazit des VCD: Sicherer werde die Innenstadt erst durch weniger motorisierten Individualverkehr und nebenbei auch ruhiger, sauberer und mit besserer Luft - kurz lebenswerter.
 

"Der Gemeinderat hat mit Verkehrsentwicklungsplan, Lärmaktionsplan und dem jetzt vorgelegten 50-Punkte-Plan wirkungsvolle Maßnahmen beschlossen, wie die Stadt für alle attraktiver werden kann - das sollte nun auch endlich umgesetzt werden", schlägt VCD-Vorstandsmitglied Günter Staffa vor.
Die Innenstadt von Heidenheim könne sich zu einem Vorbild in Sachen Lebensqualität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Mobilität entwickeln. Mit einer Reihe Maßnahmen zur Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs könne die Stadtverwaltung eine Verkehrswende einleiten, die nicht nur die Sicherheit erhöht und den CO2-Ausstoß verringert, sondern auch die Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger deutlich verbessert. Beispielweise sollen endlich alle Ampelschaltungen bei Anforderungen durch Fußgänger schnell grünes Licht geben - wie in der Christianstraße zwischen Brenz und Rathaus.
 

„Wir wollen eine Stadt, in der sich Menschen gerne aufhalten und bewegen können – zu Fuß, mit dem Rad oder einfach, um zu genießen, was die Innenstadt zu bieten hat“, erklärt Hyneck, der Vorsitzende des VCD. Anders als heute müsse bei jeder Umgestaltung eine Erweiterung der Fußgänger- und Radwege stattfinden. Breitere Gehwege, sichere Fahrradstreifen, verkehrsberuhigte Zonen und Schulstraßen schaffen eine einladende Atmosphäre und Sicherheit für alle.
 

Insbesondere die Gleitschutzwände am Eugen-Jaekle-Platz hält der VCD für sinnwidrig: Bei einem früheren Versuch im dortigen Bereich mehr Sicherheit auf dem zu schmalen Radweg für Fahrradfahrer zu erreichen wurde vom VCD vorgeschlagen, die Poller zu versetzen und zwischen Autofahrbahn und Radweg zu platzieren. Das gehe nicht, war die Antwort des damaligen Stadtoberhauptes, denn die Poller dort seien drei Meter tief in der Erde verankert, um genug Standfestigkeit gegen den Aufprall eines Fahrzeuges zu haben. ,,Wenn wir am Eugen-Jaekle-Platz eine solch stabile Pollerreihe stehen haben, braucht es dahinter nicht nochmal Beton!" Hier werden die Fußgänger unnötig und stark behindert. Auch einige Meter weiter östlich am Steingass, Ecke Grabenstraße sei ,,der Durchschlupf unnötig eng, besonders für Menschen mit Kinderwagen oder Rollator."
 

Allgemein gebe es Verwunderung über die Sicherheitsvorstellung, die hinter dem Beton in der Innenstadt steckt: ,,Warum wird im Gegensatz dazu die Sicherheit von Schulkindern beispielsweise so wenig ernst genommen? Anträge von Elternbeiräten und VCD zu Querungshilfen, Zebrastreifen, Ampeln und Schulstraßen, besonders im Bereich von Schulen sollen endlich umgesetzt werden", schließt Hyneck vom VCD, "hier wären Poller und Barrieren zum Schutz unserer Kinder tatsächlich wichtig".

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