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Durch den Ausbau der Rheintalbahn fahren künftig alle Güterzüge über die autobahnparallele Bahnstrecke. Die bisherigen Gütergleise könnten damit für Personenverkehr genutzt werden und über 40.000 Menschen in Freiburg und Region miteinander verbinden. Dazu muss der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) beim Land Baden-Württemberg den Bedarf anmelden – doch das Zeitfenster schließt sich bald. Der ökologische Verkehrsclub VCD bittet den ZRF um ein schnelles Bekenntnis für die Weiternutzung der Trasse.

Bild von Andreas Schwarzkopf
Freiburg, 02. Juni 2025. Die Deutsche Bahn plant Großes: Der Güterverkehr soll ab 2035 entlang der Autobahn geführt werden. Die alten Gütergleise im Westen Freiburgs werden dadurch frei. Diese einmalige Chance ermöglicht eine neue S-Bahn-Verbindung durch den Westen der Stadt – die sogenannte Westbahn – und könnte zehntausenden Menschen in Freiburg und der Region direkte Bahnverbindungen zu Arbeitsplätzen, medizinischer Versorgung und Freizeitangeboten bieten.
Gerade für Pendler*innen aus dem Umland wäre die Westbahn ein Gewinn: Neue Haltepunkte entlang der Trasse, zum Beispiel am Uniklinikum und dem Regierungspräsidium, könnten direkt von außen angefahren werden. Damit entstünde eine attraktive Direktverbindung zu wichtigen Arbeitgebern. Besonders das Uniklinikum als zentrale medizinische Einrichtung der Region würde profitieren: Patient*innen aus dem Umland könnten es einfacher und schneller erreichen, ebenso Angehörige und Besucher*innen – ganz ohne Umstieg am Hauptbahnhof.
Der Hauptbahnhof ist heute bereits am Limit. Er kann nur begrenzt und mit erheblichen Aufwand erweitert werden und dient zudem als zentraler Umstiegspunkt für den Fernverkehr. Gerade zur Hauptverkehrszeit ist er stark überlastet. Eine Entlastung durch die Westbahn ist daher zwingend notwendig – nicht zuletzt, weil das Land Baden-Württemberg bis 2030 eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen anstrebt. Damit Fahrgäste der Westbahn weiterhin zum Hauptbahnhof kommen können, muss der Anschluss zur Breisacher Bahn gesichert werden, zum Beispiel durch einen Etagenbahnhof auf Höhe des Uniklinikums.
Auch für Freiburger*innen brächte die Westbahn große Vorteile: Stadtteile wie Weingarten, Haslach und St. Georgen West, die bisher keinen Bahnanschluss haben, würden endlich angebunden. Gleichzeitig entstehen im Rahmen der Wohnungsoffensive der Stadt Freiburg entlang der Trasse neue Wohngebiete mit starkem Zuzug, zum Beispiel Kleineschholz, das Klaraquartier und das Metzgergrün. Ohne gute ÖPNV-Anbindung droht hier eine Zunahme des Autoverkehrs. Mit der Westbahn gäbe es von Anfang an eine klimaschonende Alternative, von der über 40.000 Menschen direkt profitieren könnten. Sie wäre ein Rückgrat einer nachhaltigen Stadtentwicklung.
Auf der folgenden Website können Bürger*innen mehr Informationen über die Westbahn erfahren, unter anderem über mögliche Bahnhöfe, Arbeitgeber und entstehende Wohnquartiere entlang der Westbahn:
Damit die Westbahn realisiert werden kann, müssen die planerischen Weichen gestellt werden. Damit die Strecke nutzbar wird, braucht es bauliche Anpassungen an den Anschlüssen zur Rheintalbahn. Diese Maßnahmen müssen jetzt in die Vorplanung zur Generalsanierung der Rheintalbahn aufgenommen werden.
Doch dafür braucht es jetzt eine klare Bedarfsanmeldung des ZRF an das Land Baden-Württemberg. Nur dann kann die DB InfraGo diese Maßnahmen rechtzeitig mit einplanen. Ohne diese Anmeldung wird die Rheintalbahn zwar saniert und ausgebaut, die Westbahn aber nicht in den Fahrplan integriert – sie bleibt für den Personenverkehr ungenutzt. Dann hätten die Bürger*innen eine elektrifizierte Trasse quer durch Freiburg, aber keine Züge, die darauf fahren.
Der VCD appelliert daher an den ZRF, jetzt zu handeln. Ob später noch Anpassungen im Fahrplan oder im Linienkonzept nötig sind, kann im Detail noch diskutiert werden. Entscheidend ist: Die Westbahn braucht im Norden und Süden leistungsfähige Anschlussstellen an die Rheintalbahn, damit später ein reibungsloser Bahnverkehr auf beiden Strecken stattfinden kann. Damit erhielten die Fahrgäste pünktlichere, stabilere und zukunftstaugliche Verbindungen.
Alles zur Westbahn durch Freiburg auf einen Blick.
Trassenverlauf, Haltestellen, Verkehrsziele entlang der Westbahn (Nördlicher Teil)
Trassenverlauf, Haltestellen, Verkehrsziele entlang der Westbahn (Südlicher Teil)
Der VCD setzt sich für die Westbahn ein, weil sie den Menschen in der Region das Leben erleichtert. Die neue Strecke soll den Hauptbahnhof entlasten und direkte Verbindungen schaffen – damit Pendlerinnen und Pendler schneller, einfacher und pünktlicher ans Ziel kommen. Wenn Bus, Bahn und Westbahn besser zusammenspielen, wird der Nahverkehr bequemer und stressfreier. Der VCD macht sich dafür stark, dass diese Entlastung bald Wirklichkeit wird – für alle, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.