Landesverband BW

VCD: Güterzüge fördern, statt Flüsse zu vertiefen

VCD Baden-Württemberg fordert Kurswechsel beim Güterverkehr

Niedrige Wasserstände machen deutlich, wie sehr die Klimakrise bereits heute den Güterverkehr beeinträchtigt: Rhein und Donau führen vielerorts so wenig Wasser, dass Frachtschiffe nur noch eingeschränkt oder gar nicht fahren können. „Die Antwort der Verkehrspolitik auf die Klimakrise könne nicht sein: ‚Noch mehr Eingriffe in die Natur’, kritisiert Jörg Dengler, Landesvorsitzender des VCD Baden-Württemberg. „Dadurch fließt nicht mehr Wasser den Rhein hinab.“ Flüsse ausbaggern kann allenfalls punktuell helfen. „Umweltschäden, wie Grundwasserabsenkungen, die vor allem die Landwirtschaft weiter beeinträchtigen stehen großräumigen Vertiefungen entgegen,“ erläutert Dengler.

 

Statt die Folgen der Klimakrise mit immer neuen Infrastrukturprojekten zu bekämpfen, müsse die Bundesregierung den Güterverkehr endlich konsequent auf die Schiene verlagern. Die Bahn ist unabhängig von Niedrigwasser und verursacht im Güterverkehr deutlich weniger klimaschädliche Emissionen als Lkw und Binnenschiffe.

Doch ausgerechnet der klimafreundlichere Verkehrsträger wird ausgebremst: Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sollen 65 Millionen Euro bei der Trassenpreisförderung für den Schienengüterverkehr gekürzt werden. Gleichzeitig lockern einzelne Bundesländer das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen. Und der Bundesverkehrsminister Steffen Bilger setzt weiterhin auf die Vertiefung von Flüssen, obwohl niedrige Wasserstände eine direkte Folge der sich verschärfenden Klimakrise sind.

„Es ist widersinnig, einerseits über die Folgen des Klimawandels zu klagen und andererseits den Schienengüterverkehr auszubremsen“, sagt der bahnpolitische Sprecher Gero Treuner. „Wir brauchen keine tieferen Flüsse, sondern mehr Güterzüge.“

Der VCD fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel in der Güterverkehrspolitik:

  • Die geplante Kürzung der Trassenpreisförderung muss gestoppt werden.
  • Der Bund muss dauerhaft ausreichende Mittel für den Ausbau und die Modernisierung der Schieneninfrastruktur bereitstellen.
  • Faire Wettbewerbsbedingungen schaffen: Für den Güterverkehr müssen die tatsächlichen Grenzkosten der verschiedenen Verkehrsträger berücksichtigt werden. Das bisherige Vollkostenprinzip bei der Schiene benachteiligt den klimafreundlichen Verkehrsträger gegenüber Lkw und Binnenschiff.

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