Konstanz
Am 24. Juli 2026 um 16:00 Uhr rufen verschiedene zivilgesellschaftliche und politische Organisationen zu einer gemeinsamen Fahrraddemonstration in Konstanz auf. Das Thema steht klar im Fokus: „Öffentliche Flächen für alle" – eine Forderung nach gerechterer Verteilung des öffentlichen Raums zwischen Autos, Fußgänger:innen, Radfahrenden und sozialen Begegnungen.
Das Organisationsbündnis setzt sich wie folgt zusammen:
VCD Verkehrsclub Deutschland Kreisverband Konstanz
ADFC Kreis Konstanz
Greenpeace-Jugend Bodensee
Fridays for Future Konstanz
Ciclo e.V.
BUND
TINK
Konkreter Demo-Ablauf: Von der Innenstadt zur Rheinbrücke
Die Demonstration wird als mobile Kundgebung konzipiert sein, um durch zentrale Orte der Stadt zu führen und aktuelle Defizite direkt vor Ort sichtbar zu machen. Der festgelegte Routenverlauf lautet:
Start: Die Demo beginnt auf der Nordhälfte des St.-Stephans-Platzes.
Route durch die Kernstadt: Es geht über die historische Laube, die Schottenstraße, über die Fahrradbrücke, weiter durch die St.-Gebhard-Straße bis zu den Benediktenhöfen.
In einer kurzen Zwischenkundgebung 1 wird die Gefährlichkeit der Fahrrad-Achse Sankt-Gebhardsstraße mit ihren Rechts-vor-Links-Kreuzungen hervorgehoben, und für eine zügiges Voranschreiten des Projekts Fahrradzone Petershausen demonstriert
Bahnquerung: Die Teilnehmer:innen passieren die Bahnquerung, um den Verkehr im städtischen Alltag erlebbar zu machen.
Zwischenkundgebung 2 (Zähringerplatz): Nach der Durchfahrt wird der Raum unterhalb des Zähringerplatzes als Versammlungsort genutzt, um die allgemeine Forderung nach mehr Raum für Menschen statt Autos zu betonen sowie über die schwierige und nervenaufreibende Situation am Zähringerplatz aufmerksam zu machen.
Zum Sternenplatz: Von dort führt der Weg über den Radweg hinunter zum Sternenplatz. Hier wird explizit die Forderung nach einer zeitgemäßen Rheinquerung für Radfahrende erhoben, insbesondere die Umsetzung der seit Jahren beschlossenen Fahrradspur auf der Brücke
Zwischenkundgebung 2 (Alte Rheinbrücke) (Hier keine Zwischenkundgebung, laut Sicherheitsbeschluss): Auf der Alten Rheinbrücke findet die zweite Zwischenkundgebung statt. Die zentrale Forderung an diesem Ort ist die Schaffung einer eigenen Fahrbahn für Radfahrende auf der Brücke, um die sichere Querung des Rheins zu gewährleisten.
Endkundgebung (Marktstätte): Die Route endet an der Marktstätte. Dieser Ort wurde bewusst gewählt: An diesem Punkt soll symbolisch demonstriert werden, dass aufgrund von Platzmangel für Fahrräder ein Abstellen oft gar nicht mehr möglich ist – wir brauchen Farradstellplätze bzw. ein Fahrradparkhaus im öffentlichen Raum.
Zentrale Forderungen
Die Demonstration macht deutlich, dass die heutigen Aufteilungen öffentlicher Flächen nicht mehr zukunftsfähig sind. Das Bündnis fordert:
Sichere Infrastruktur: Eine eigene Fahrbahn auf der Alten Rheinbrücke und breite, geschützte Radwege und -spuren in der gesamten Innenstadt.
Flächengerechtigkeit: Umwidmung von Parkplätzen und Fahrspuren zugunsten von aktiver Mobilität und Aufenthaltsqualität.
Klimagerechtigkeit: Reduzierung von Luftschadstoffen und Lärm durch gesteigerte Attraktivität der Fahrradinfrastruktur, die zu weniger motorisierten Individualverkehr führt.
„Der öffentliche Raum ist ein Gemeingut. Er darf nicht primär dem motorisierten Individualverkehr vorbehalten bleiben", so das gemeinsame Statement des Bündnisses. „Wir zeigen heute auf unserer Route, wo aktuelle Engpässe liegen: Von der fehlenden Brückeninfrastruktur bis zum Platzmangel an der Marktstätte."
Hintergrund
Die Diskussion um städtische Raumverteilung ist international relevant – vom „Superblocks"-Modell Barcelona bis zu autofreien Innenstädten in verschiedenen deutschen Kommunen. In Konstanz, mit seiner touristischen Bedeutung und verkehrsreichen Lage am Bodensee, verschärft sich der Konflikt um begrenzte Flächen zusätzlich. Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass Parkplätze und Fahrspuren für Autos einen unverhältnismäßig großen Teil des öffentlichen Raums beanspruchen.