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Landesverband BW
Unter Federführung des Fahrgastverbands PRO BAHN haben der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) Baden-Württemberg, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesnaturschutzverband (LNV) und weitere Organisationen beim Eisenbahnbundesamt eine kritische Stellungnahme mit konkreten Gegenvorschlägen zum geplanten Pfaffensteigtunnel eingereicht.
Kernforderung: Die Züge der Gäubahn müssen auch über 2027 hinaus über die Panoramabahn direkt in den Stuttgarter Hauptbahnhof fahren. „Tausende Pendlerinnen und Pendler dürfen nicht zum zusätzlichen Umstieg in Stuttgart-Vaihingen gezwungen oder auf die Straße verdrängt werden. Mit überschaubaren Mitteln lässt sich die Panoramastrecke bis zur Fertigstellung einer neuen Zuführung erhalten – das ist der einzig sinnvolle Weg“, betonen die Verbände.
Der geplante Pfaffensteigtunnel sei hingegen ein überdimensioniertes Milliardenprojekt ohne unmittelbaren Nutzen. Trotz Baukosten von rund 3 Milliarden Euro könnten realistischerweise nur vier Züge pro Stunde und Richtung verkehren – auf Kosten dringend nötiger Engpassbeseitigungen etwa auf der Rheintalbahn oder der Strecke Mannheim–Frankfurt.
„Klimaschutz bedeutet, bestehende Infrastruktur zu nutzen, Fahrgäste an die Schiene zu binden und Engpässe zu beseitigen – nicht Milliarden in ein Prestigeprojekt ohne echten Mehrwert zu stecken“, so die Verbände.
Die Verbände fordern: Die Gäubahn muss durchgehend an den Hauptbahnhof angebunden bleiben. Der Bundestag darf den Pfaffensteigtunnel erst beschließen, wenn zentrale Engpässe behoben, Alternativen ernsthaft geprüft und ein neuer Wirtschaftlichkeitsnachweis erbracht sind.