
Der VCD beobachtet und kommentiert verkehrspolitische Entscheidungen, mischt sich mit eigenen Forderungen und Konzepten in die politische Debatte ein und veranstaltet Aktionen und Kampagnen für ein Umdenken von Staat und Gesellschaft.
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Verkehrspolitik,
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Heidenheim
Im Gemeinderat soll am 30.04.2026 über den Fortbestand des Angebots beim Stadtbusverkehr entschieden werden. Zwei von drei möglichen Varianten bedeuten eine Reduzierung des Angebotsumfanges und damit eine Verschlechterung der Mobilität für Menschen, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind.
Wir vom VCD Heidenheim veröffentlichen dazu die folgende Pressemitteilung:
,,Die Stadt sieht sich aktuell mit steigenden Kosten im öffentlichen Nahverkehr konfrontiert. Dennoch sprechen wir uns klar gegen eine Reduzierung des Busangebots aus und fordern die Verwaltung auf, ein bewusstes Zeichen für Mobilität, Klimaschutz und soziale Teilhabe zu setzen!", sagt Sebastian Hyneck, Kreisvorsitzender des ökologischen VCD Heidenheim e. V.
Der Busverkehr erfülle eine zentrale Aufgabe im Alltag vieler Bürgerinnen und Bürger. Insbesondere Schülerinnen und Schüler, ältere Menschen sowie Pendler ohne eigenes Fahrzeug sind auf ein verlässliches Angebot angewiesen. Eine Einschränkung würde ihre Mobilität erheblich beeinträchtigen und könnte bestehende soziale Ungleichheiten verschärfen.
,,Darüber hinaus leistet der öffentliche Nahverkehr einen wichtigen Beitrag zu den Klimazielen der Stadt", gibt Hyneck von ökologischen Verkehrsclub VCD zu bedenken. Ein reduziertes Angebot berge die Gefahr, dass mehr Menschen auf den Individualverkehr umsteigen. Dies hätte negative Folgen für die Umwelt, würde zu höheren CO₂-Emissionen führen und die Verkehrsbelastung erhöhen. ,,Dabei versucht die Stadtverwaltung doch gerade, etwa durch Umbau der Grabenstraße oder Einführung von Tempo 30, zum Wohle der Menschen in der Stadt das Gegenteil zu erreichen!"
Auch aus wirtschaftlicher Sicht wäre eine Kürzung des Busverkehrs nicht zielführend. Eine gut ausgebaute Infrastruktur ist ein entscheidender Standortfaktor für Unternehmen, Fachkräfte und Besucher. Schlechtere Verbindungen könnten langfristig die Attraktivität der Stadt mindern und sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken.
Nicht zuletzt zeige die Erfahrung, dass ein eingeschränktes Angebot häufig zu sinkenden Fahrgastzahlen führe. Dies könne einen negativen Kreislauf in Gang setzen, der den öffentlichen Nahverkehr insgesamt schwächt.
Hyneck betont daher, dass die Sicherstellung eines stabilen Busverkehrs trotz finanzieller Herausforderungen eine Investition in die Zukunft darstelle – für eine nachhaltige, soziale und wirtschaftlich starke Kommune. ,,Für eine vergleichsweise kleine Einsparung - angesichts der Millionen, die an anderer Stelle leichthin verausgabt werden - würde ein potentiell großer Schaden in Kauf genommen. Der Nutzen eines stabilen und gut ausgebauten Busnetzes für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft Heidenheims ist weitaus größer", resümieren die Ehrenamtlichen des VCD Heidenheim e. V.
Der Artikel in der Heidenheimer Zeitung vom 30.04.2026 ist hier zu finden.